Seibersdorf: Initiative fordert Volksbefragung. Errichtung zweier weiterer Windkraftanlagen erregt Widerstand: Initiativantrag zur Durchführung einer Volksbefragung.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 18. August 2021 (06:00)

Zwischen Deutsch Brodersdorf und Seibersdorf wurden vor einigen Jahren sieben Windkraftanlagen errichtet. Seither werden 16.000 Haushalte mit Strom aus Windenergie aus Seibersdorf versorgt. Jetzt planen der Windparkbetreiber und die Gemeinde, wie berichtet, die Errichtung zweier weiterer Windräder. Diesen sollen größer sein und Strom für 8.000 Haushalte erzeugen. Das sorgt aber in Teilen der Bevölkerung für Aufregung und zu einer Bürgerinitiative, die jetzt eine Volksbefragung fordert.

Im Gemeinderat, in dem die ÖVP mit 15 der 19 Sitze eine absolute Mehrheit hat, wurde im Juni bereits grünes Licht für das Projekt gegeben. Die Öffentlichkeit wurde erst kurz vor dem Beschluss per Flugblatt informiert. Das sorgte für Aufregung. „Wir haben schon sieben Windräder und sind nicht bereit, dass wir alle Windräder schlucken“, so Maria Fuchs, eine der Initiatorinen der Initiative.

Nachdem ein Dringlichkeitsantrag eines ÖVP-Mandatars nicht in den Gemeinderat kam, wurde die Bürgerinitiative gegründet. „Wir haben die Gemeinde gebeten, von sich aus eine Bürgerbefragung durchzuführen, das wurde aber von der Bürgermeisterin abgelehnt. Daher haben wir uns entschlossen, eine Bürgerinitiative zu starten“, erläutert Fuchs. 298 Unterschriften wurden gesammelt. „Es gibt viele Bürger, die vor allem wegen der Größe der Windräder verunsichert sind und befürchten, dass die Lebensqualität eingeschränkt wird. Die Windräder sind 250 Meter hoch, das ist eine Dimension, die unheimlich ist“, meint Fuchs. „Wir sind der Meinung, dass gerade Seibersdorf und Deutsch Brodersdorf mit dem bestehenden Windpark seinen Beitrag zur Energiewende bereits überdurchschnittlich geleistet hat“, sind die Initiatoren überzeugt.

Bei der Unterschriften-Übergabe am Montag musste der NÖN-Redakteur vor dem Gemeindeamt warten, ein Foto von der Übergabe war unerwünscht. Anschließend nahmen Bürgermeisterin Christine Sollinger und Vizebürgermeister Franz Püreschitz sen., beide ÖVP, jedoch Stellung: „Wir nehmen den Initiativantrag natürlich ernst und werden, wie es die Gemeindeordnung vorsieht, die abgegebenen Unterschriften prüfen.“ Die Anzahl dürfte aber in jedem Fall ausreichen, um eine Volksbefragung bindend durchführen zu müssen. „Im Gemeinderat wird über die genaue Fragestellung eine Entscheidung getroffen“, sagt Püreschitz. 

„Wir haben bereits einen bestehenden Windpark und in diesem können noch zwei Anlagen errichtet werden. Wir müssen etwas für das Klima tun und für unsere Kinder und Enkeln“, appelliert die Ortschefin. Ein entsprechender Partnerschaftsvertrag mit dem Windparkbetreiber wurde bereits abgeschlossen. Ob das Ergebnis für die Gemeinde bindend ist, oder ab welcher Beteiligung, darauf wollte sich die Gemeindeführung nicht festlegen. „Das werden wir ausführlich im Gemeinderat diskutieren“, meint die Bürgermeisterin.

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