Bezirk Baden: Nur jeder Dritte plant Urlaub. Die Corona-Pandemie vereitelt viele Urlaubspläne. Die Reisebürobranche ist davon besonders betroffen.

Von David Steiner. Erstellt am 25. November 2020 (04:45)
Winterurlaub Symbolbild
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Knapp ein Drittel der Österreicher plant in der bevorstehenden Saison einen Winterurlaub. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage von „Marketagent“ mit 500 Teilnehmenden. 90,1 Prozent der Befragten mit Urlaubsplänen bleiben in Österreich, davon will knapp die Hälfte im Urlaub Wintersport betreiben. Nur 8,4 Prozent der Österreicher haben aber bereits fix einen Urlaub gebucht.

Zwei Drittel der Befragten planen heuer keinen Winterurlaub. Sie begründen das am häufigsten mit dem unguten Gefühl oder der Unsicherheit aufgrund von Corona. Die gedämpfte Urlaubslaune und die Reisebeschränkungen treffen neben der Hotellerie und Gastronomie die Reisebürobranche besonders hart. „Die Buchungslage ist sehr verhalten bis nicht vorhanden“, sagt Thomas Borenich, Geschäftsführer von Aubora Vacation in Kottingbrunn.

„Mit einer Impfung könnte sich die Buchungslage in der Sommersaison bessern.“ Thomas Borenich, Geschäftsführer von Aubora Vacation

Ähnliches berichten auch andere Reisebüros im Bezirk. „Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll heuer. Wahrscheinlich bleiben wir zu Hause“, meint Hietz Reisen-Geschäftsführer Ümmet Holat.

Sein Betrieb habe derzeit keine Reservierungen. Die im Juli und August verzeichneten Buchungen für die Wintersaison seien wieder storniert worden. „Unsere Zukunft sieht finster aus“, erklärt Holat. Im Lockdown sind Reisen zu touristischen Zwecken untersagt. Davon abgesehen ergeben sich Covid-19-bedingt wöchentlich Änderungen durch neue Reisewarnungen und Einreisebestimmungen in Zielländern, die sich teilweise sogar von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Winterurlaub Bezirk Bruck
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Für die Sommersaison setzen Reisebüros große Hoffnungen in einen Covid-19-Impfstoff. „Mit einer Impfung und dem damit verbundenen Sicherheitsgefühl könnte die Reiselust wieder steigen und die Buchungslage sich verbessern“, meint Thomas Borenich von Aubora Vacation.

Christian Fellner vom Reisebüro „Magdalena Fellner“ in Bad Vöslau schätzt, dass auch 2021 noch ein ganz hartes Jahr für seine Branche wird. „Wir können nicht abschätzen, wer von den Veranstaltern und Airlines überhaupt noch am Markt sein wird. Erst im Frühjahr wird man das wahre Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens abschätzen können“, sagt Fellner.

Finanziell zittern Reisebüros bereits seit Monaten. Als Folge der aktuellen Einschränkungen werden laufend Reisen storniert, die vor mehreren Monate gebucht wurden. Reisebüros müssen in der Vergangenheit erwirtschaftete Provisionen zurückzuzahlen. Sie erhielten zwar finanzielle Hilfe aus den Härtefall-Fonds, aber keine Ersatzleistungen. Auch in der angekündigten Regelung für Umsatzersatz im zweiten Lockdown sind Reisebüros nicht berücksichtigt worden. Sie dürfen ihre Geschäftslokale offen halten, haben realistisch gesehen aber kaum Aussichten auf Geschäfte. Als Reaktion darauf verfasste der Österreichische Verein für Touristik (ÖVT) vergangene Woche einen offenen Brief an die Bundesregierung, in dem er auf die prekäre Situation in der Reisebranche aufmerksam macht und um Hilfe bittet. Ein spezielles Hilfspaket für die Reisebranche soll bereits angekündigt, aber noch nicht realisiert worden sein.

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