Aufregung nach einer Haus-Schenkung. Oppositionspolitiker forder Rücktritt von SP-Stadtrat Otto Strauss. „Alles korrekt“ kontert er.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 01. Mai 2018 (05:05)
NOEN, privat
Laut Otto Strauss ging alles mit rechten Dingen zu.

Die private Schenkung eines Einfamilienhauses einer 72-jährigen Frau an Stadtrat Otto Strauss (SPÖ), sorgt derzeit für Wirbel. Nach zwei Berichten in der Kronenzeitung soll eine Tochter um ihr Erbe gebracht worden sein. Im August 2017 wurde das Einfamilienhaus ihrer Mutter an den Stadtrat überschrieben.

„Es handelt sich hier um eine private Angelegenheit, die nichts mit meiner politischen Tätigkeit zu tun hat“, so Strauss. „Es gibt auch keine Unrechtmäßigkeiten oder sonstige rechtliche Bedenken. Es handelt sich um ein korrektes und notariell abgewickeltes Rechtsgeschäft.“

Stadtrat wurde in der Sache auch erpresst

Dass der Fall in die Öffentlichkeit gekommen ist, wundert Strauss nicht. „Ich wurde schon vor einiger Zeit damit erpresst.“

Hintergrund der Schenkung soll, laut Strauss, ein Familienstreit sein. „Es handelt sich um eine sehr traurige Familiengeschichte, die eigentlich nichts in der Öffentlichkeit verloren hat. Leider wird jetzt versucht, daraus ein Politikum zu machen. Die Stadträte Gubik und Weiner fordern meinen Rücktritt, ohne sich jemals bei mir oder bei meiner Bekannten über den Fall erkundigt zu haben. Ich frage mich, ob ihnen jedes Mittel recht ist, um politisches Kleingeld zu machen“, zeigt sich Strauss von seinen Gemeinderatskollegen enttäuscht.

Die betroffene 72-jährige Frau bestätigt gegenüber der NÖN die Schenkung und deren Rechtmäßigkeit. Außerdem sei nicht Strauss an sie herangetreten, sondern vielmehr bat sie den Stadtrat, mit dem sie seit längerem befreundet sei, die Schenkung anzunehmen. Die Frau habe laut eigenen Angaben kaum Kontakt zu ihrer Tochter und fürchtete, aus dem Haus geworfen zu werden. Die Tochter spricht hingegen von einem normalen Verhältnis, das erst getrübt worden sei, als ihre Mutter dem Stadtrat das Haus überschrieben hatte.