Firma verteidigt Bau-Projekt in Bad Vöslau. Projektwerber „G.Grasl“ erläutert Bau-Vorhaben und übt scharfe Kritik an den Grünen.

Von David Steiner. Erstellt am 17. Oktober 2020 (04:44)
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In der Gemeinderatssitzung vom 26. September brachten die Grünen einen Dringlichkeitsantrag ein, die Bebauungskriterien für ein geplantes Wohnbauprojekt im Bereich Haupstraße/Sellnergasse/Oberkirchengasse im Gemeinderat zu behandeln. Die Kriterien waren zuvor im nicht-öffentlichen Stadtrat beschlossen worden und nicht, wie vorgesehen, im Gemeinderat, wie Grüne, ÖVP und NEOS in einer gemeinsamen Presseaussendung kritisierten.

Die Liste Flammer argumentierte, die Kriterien sein unverbindlich und würden zu gegebenem Zeitpunkt noch im Gemeinderat beschlossen werden. Sie hätten nur den Sinn, dem Projektwerber eine weitere Planung zu ermöglichen. Die Grünen orteten einen Versuch, die Öffentlichkeit von der Diskussion auszuschließen. „Die ‚unverbindliche‘ Beschlussfassung im Stadtrat beinhaltet die – ausgesprochene oder unausgesprochene – Zusage, dass diese Bebauungskriterien auch tatsächlich im Gemeinderat beschlossen werden“, argumentierten die Grünen. Ihr Dringlichkeitsantrag wurde mit Stimmen der Liste Flammer und SPÖ abgewiesen, die keine Dringlichkeit gegeben sahen.

Die Thematik sorgt nun auch nach der Gemeinderatssitzung für Aufsehen. Die Firma G.Grasl, die das Wohnbauprojekt auf ihrem Grundstück umsetzen will, wendete sich Anfang Oktober per Brief an einzelne Gemeinderäte und Lokalmedien.

Grasl ortet „bewusste Unwahrheiten“

Darin wirft ihr Geschäftsführer Karl Grasl Grünen, ÖVP und NEOS vor, im Gemeinderat und via Presseaussendung „unsachliche und unwahre“ Behauptungen über das Wohnbauprojekt zu verbreiten. Er kritisiert etwa, dass die Grünen die Nutzfläche falsch bemessen hätten. Diese kolportierten eine Nutzfläche 11.500 Quadratmetern und stellten in den Raum, es könnten bis zu 164 Wohnungen à 70 Quadratmeter gebaut werden. Grasl berichtigt, es stünden lediglich 7.700 Quadratmeter des Grundstücks als Bauland zur Verfügung. Der Rest sei Teil des Biosphärenparks Wienerwald. Unter Berücksichtigung der Bruttowohnfläche seien maximal 77 Wohnungen möglich.

„In der Presseaussendung werden Vorwürfe wie ‚spekualtiver Bauträger’ oder ‚Betonierer’ erhoben. Aus rein parteipolitischem Hick-Hack wird ein Projekt verunglimpft, das es noch gar nicht gibt“, kritisiert Grasl. Seine Firma wolle ein Vorzeigeprojekt für Wohnen im Grünen im innerstädtischen Bereich realisieren, das hohe architektonische Ansprüche erfüllt, wo sich die Menschen wohlfühlen und den Großteil der täglichen Anforderungen ohne Autonutzung mit dem Rad oder zu Fuß erledigen könnten. Er weist darauf hin, dass seine Firma auf Basis früherer Gemeinderatsbeschlüsse verpflichtet sei, einen Architekten-Wettbewerb durchzuführen, bei dem die Stadtgemeine mitentscheiden darf. „Dieses Verfahren kann erst jetzt, nach Bekanntgabe der Kriterien durch die Stadtgemeinde, begonnen werden“, erklärt Grasl.

In einem offenen Antwortbrief an Grasl halten die Grünen daran fest, dass das Wohnbauprojekt überdimensioniert ist und stellen klar, dass sich ihre Presseaussendung gegen die Vorgehensweise der Liste Flammer und nicht gegen die Firma G.Grasl richtet.