Wohnhaus brannte in Grillenberg

70 Mann aus fünf Feuerwehren aus dem Triestingtal standen am Sonntagnachmittag im Einsatz, um ein Feuer in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Hauptstraße in Grillenberg (Gemeinde Hernstein, Bezirk Baden) zu löschen.

Erstellt am 04. Oktober 2021 | 13:03

Die Feuerwehren Grillenberg, Neusiedl und Hernstein wurden von der Bezirksalarmzentrale Baden zu einem Zimmerbrand (Alarmstufe B2) alarmiert. Zuvor wurde laut Info des AFKDO Pottenstein ein junges Paar durch einen lauten Knall aus einem Nebenzimmer aufgeschreckt. "Als der passionierte Modellbauer dem nachging und die Türe öffnete, kamen ihm schon dunkle Rauchwolken entgegen. Flammen breiteten sich blitzschnell im Raum aus. Versuche, das Feuer mit einem Handfeuerlöscher zu löschen, scheiterten. So verließen die Beiden geistesgegenwärtig das Obergeschoß des Wohn- und Geschäftshauses und verständigten über den Notruf 122 die Feuerwehr", berichtet Feuerwehr-Öffentlichkeitsarbeiter Markus Hackl.

Die Rauchsäule war schon von Weitem zu sehen. Da sich zum Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehr niemand mehr im Gebäude aufhielt, konnte die Brandbekämpfung gestartet werden. Nachbarn kümmerten sich um das Paar, das von Sanitätern des Roten Kreuzes versorgt, und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins nächste Krankenhaus gebracht wurde.

Einsatzleiter erkannte Ernst der Lage

"Bald barsten die Fenster und die Flammen loderten nach Außen. Mit Strahlrohren wurde versucht, die Ausbreitung des Feuers auf das Dach zu verhindern. Atemschutztrupps kämpften von Innen gegen die Flammen, die inzwischen schon das halbe Obergeschoß befallen hatten. Auch in den Dachboden hatten das Feuer, durch die Holztramdecke, bereits einen Weg gefunden", informiert Markus Hackl.

Der Einsatzleiter, Oberbrandinspektor Hubert Karl habe den Ernst der Lage erkannt und die Feuerwehr Veitsau, sowie das Atemluftfahrzeug der Stützpunktfeuerwehr Pottenstein zur Verstärkung alarmiert. Auch das Kommando des Feuerwehrabschnittes Pottenstein, Brandrat Rudolf Hafellner und Abschnittsbrandinspektor Gerald Lechner standen unterstützend zur Seite.

"Mit vereinten Kräften wurde nun versucht, mit geringstem Löschwassereinsatz, das Feuer zu besiegen, da sich, im Erdgeschoß des Gebäudes, das Geschäft eines örtlichen Nahversorgers befindet. Die Löscharbeiten erwiesen sich als schwierig, da sich der Brand auch in den Hohlräumen der Decke ausbreitete. So musste die Untersichtverschalung in schweißtreibender Hitze von den Atemschutztrupps entfernt werden, um das Feuer endgültig zu löschen", berichtet Hackl.

Nahversorger blieb von Flammen verschont

Nach einigen Stunden gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. "Das rasche Erkennen des Feuers und dem schnellen, koordinierten Einsatz der Löschtrupps ist es zu verdanken, dass das Geschäft im Erdgeschoß von den Flammen verschont blieb" fand Abschnittskommandant Hafellner lobende Worte.

Laut derzeitiger Vermutung des Brandermittlers dürfte das Feuer durch einen überhitzten Modellbauakku entstanden sein. Über die Summe des Sachschadens gibt es noch keine Angaben.

Während der Löscharbeiten erlitt ein Feuerwehrkamerad einen Kreislaufkollaps, konnte aber rasch von Sanitätern des Roten Kreuzes stabilisiert werden.

Meerschweinchen gerettet

Tierisches Detail am Rande: "Als der letzte Atemschutztrupp das Gebäude verließ, bemerkte einer der Kameraden, dass nahe des Stiegenhauses ein Meerschweinchen-Käfig stand. Als er genauer hinsah, konnte er erkennen, wie sich etwas unter dem Streu bewegte. Das verängstigte Tier konnte gerettet werden und hatte den Brand, wie durch ein Wunder, unbeschadet überstanden!", berichtet Markus Hackl erfreut.

Mehr Infos auf der Internetseite der Feuerwehr www.afkdo-pottenstein.at