Kette und Schuss: Minna Antova stellt in Baden aus

Erstellt am 07. August 2022 | 05:19
Lesezeit: 3 Min
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Die in Baden lebende Künstlerin Minna Antova (links) vor ihren  Interventionen im Wohnzimmer des Kunstvereins. Weiters im Bild: Irmgard Gröpl.
 
Foto: Foto: privat
Die in Baden lebende und in Bulgarien geborene Künstlerin Minna Antova stellt derzeit im Wohnzimmer aus.
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Was ist der wichtigste Raum in einer Wohnung? Die Küche? Die Toilette? Das Bad? Das Wohnzimmer? Zumindest ist das Wohnzimmer jener Raum, wo man sich wohlfühlen soll, wo man entspannen kann und man so sein kann, wie man sein möchte. Einen Kunstraum hingegen, der als Wohnzimmer betituliert wird, sollte mehr können, als nur Entspannung und Erholung bringen.

In einem Kunst-Wohnzimmer sollte man auch inspiriert werden. So könnte das Konzept des neuen Kunstraumes in Baden sein, der von Kunstvereins-Obfrau Cornelia König entwickelt wurde, an die Galerie des Kunstvereins angrenzt und wie ein Appendix an den großen Galerieraum andockt. Wohnzimmer soll ein abgeschiedener Raum für die Künstler sein, er bleibt getrennt vom angestammten Galerieraum in der Beethovengasse und ist eigens zu betreten. Über ein großes Schaufenster kann man gut in sein Inneres blicken, nicht im Verborgenen lebt die Kunst. Das kunstvolle Wohnzimmer ist nach außen hin geöffnet, es ist straßenseitig einsehbar und gibt preis, was nicht verborgen sein soll. Das Fenster ist eigentlich so breit und hoch wie das Wohnzimmer und gibt großherzig Einblicke ins Innere frei, das sich beim Betreten des Raumes dann nochmals in einer anderen Form öffnet.

Das Kunstwohnzimmer ist auch als ein Experimentierraum gedacht, eine Art Labor, wo sich die Künstler „austoben“ können. Das nützt auch die Künstlerin, die derzeit im Wohnzimmer ausstellt: Minna Antova. Sie zeigt Zeichnungen, die an eine der ursprünglichen Nutzungen dieses ehemaligen Geschäftslokales erinnern: „Das Wohnzimmer war früher ein Textil-Geschäft, die Textur der Erinnerung wird in der Installation aufgelöst in den Grundformen des Webens“, erklärt Antova und sie erinnert an die Grundstruktur des Webens: „Kette und Schuss“, diese beiden Worte begegnen einem beim Weben.

Antovas Arbeiten sind sehr speziell

In Antovas Arbeiten offenbart sich ein Horizont von Bergen, Körpern, Schriftzeichen und Schichtungen, „ich umfasse den Raum, durchbreche ihn mit vertikal aufgerichteten Menschen-Körper-Abdrucken auf instabilen Transparentpapier-Streifen“, so erklärt sie ihre Arbeiten.

Die Künstlerin arbeitet mit ganz normalen Materialien wie Papier, Bleistift, Pigmenten und Binder, kombiniert diese Materialien dann aber mit fossilen Objekten, die ein Spannungsfeld von Kurzlebigkeit und Langlebigkeit herstellen sollen. Aus dieser Kombination ergeben sich auch die Schlagwörter, wie man Antova  im Internet finden kann: „Zeit, Schichtung, Natur, Gletschermühlen, Firnschmelze, Spuren, Schrift, Haut, Körper, Alpenglühen. Bis 9. September ist die Gast-Intervention im Wohnzimmer zu sehen, die Künstlerin führt auch persönlich durchs Wohnzimmer.

Anmeldung unter: art.vienna@aon.at

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