Bad Vöslaus Grüne stehen für die Wahl bereit. Das Ruder übernehmen will man nach der Gemeinderatswahl am 26. Jänner. Hauptanliegen sind die Themen Klima, Wohnen und Verkehr.

Von Roland Weber. Erstellt am 18. Januar 2020 (03:42)
Eva Mückstein und Ernst Tiefengraber wollen rasch ein verkehrsfreies Zentrum.
Weber

„Wir sind personell gut aufgestellt und bereit das Ruder zu übernehmen.“ Mit dieser klaren Botschaft geht die Ortsparteivorsitzende und Spitzenkandidatin Eva Mückstein beim Pressegespräch mit Ernst Tiefengraber (Listenplatz 2) in die Offensive. Die Themen Verkehr, Bauen und Klimaschutz, sind Hauptanliegen.

Bereits 2015 forderten beide in einem 15-Punkte-Programm die Umsetzung des Verkehrskonzepts und ein Budget von einer Million Euro. Als kein Punkt erfüllt wurde und es auch kein Budget gab, lehnte Mückstein das Verkehrsressort ab, blieb aber Stadträtin.

Umdenken auch in Baupolitik gefordert

„Alle bisherigen Konzepte verschwanden in der Schublade und bevor das Papier vergilbt, will ich noch einmal versuchen, mich für ein lebenswertes Zentrum einzusetzen. Ohne Budget dafür wird es aber nicht gehen“, betont Tiefengraber. Ihnen schwebt das Berner Modell vor, das Begegnungszone mit gleichwertigen Verkehrsteilnehmern, sichere und attraktive Radwege, einen autofreien Schlossplatz sowie Parkgaragen am Rande des Stadtzentrums mit einem verbesserten E-Citybus-Verkehr vorsehe. Ein Zentrumsbeauftragter soll die Aktivitäten koordinieren. Außerdem soll der Wochenmarkt gefördert werden.

Auch in der Baupolitik fordern die Grünen ein Umdenken. „Die Baupolitik muss sich an den Bedürfnissen der Menschen und nicht am Profit orientieren. Frei finanzierte Wohnungen sind in Vöslau mittlerweile ein Luxusgut geworden“, weiß Mückstein

Außerdem möchte man das Image als Kurstadt fördern und die historische Bausubstanz schützen. „Dazu wird es notwendig sein, den strukturellen Leerstand zu analysieren“, meint Tiefengraber. Für das Bauland-Kerngebiet soll es Wohneinheitenbeschränkungen geben. Bei großen Bauvorhaben fordern die Grünen eine Bürgerbeteiligung. Kernthema Nummer 3 ist die Klimadiskussion. „Eigentlich ist Bad Vöslau schon Klimanotstandsgemeinde. Wenn wir das ändern würden, könnten wir alle Vorhaben einem Klima-Check unterziehen.“