Bezirk Baden: Bargeld versus Karte

Erstellt am 03. Mai 2022 | 20:01
Lesezeit: 3 Min
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Bankomaten kommt nach wie vor große Bedeutung zu, um rasch an Bargeld zu gelangen.
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Banken sehen in Österreich keine Bargeldmüdigkeit, Seniorenvereinen zufolge sollte Bares bestehen bleiben.
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Auch wenn während der Corona-Pandemie vermehrt auf die Bezahlung per Bankomat-, Debit- oder Kreditkarte gesetzt wurde und wird, schwören die Österreicherinnen und Österreicher im Großen und Ganzen nach wie vor auf Bargeld.

„Insgesamt und langfristig betrachtet gibt es aber keine Spur von „Bargeldmüdigkeit“ in Österreich.“
Christian Degelsegger, Marktbereichsleiter der Sparkasse Baden

Dies bestätigt etwa der Marktbereichsleiter der Sparkasse Baden, Christian Degelsegger: „Die Entwicklung unserer bewegten Bargeldvolumina hat mit Beginn der Pandemie eine leicht negative Richtung eingeschlagen. Insgesamt und langfristig betrachtet gibt es aber keine Spur von „Bargeldmüdigkeit“ in Österreich.“ In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Summe der im Umlauf befindlichen Banknoten um fast 50 Prozent auf 41,6 Milliarden Euro erhöht. Gleichzeitig hätten sich die Transaktionen per Debit- oder Kreditkarte auf etwa 990 Millionen verdoppelt. Auch wenn man vermehrt zu lesen bekommt, dass Banken schließen und Bankomaten abgebaut würden, habe sich das Angebot an zweiteren insgesamt vergrößert. Auch die Sparkasse denke aktuell nicht darüber nach, die Anzahl der Bankomaten in irgendeine Richtung zu verändern, so Degelsegger.

Martin Heilinger, Regionaldirektor der Volksbank Wien in Baden, stimmt der Einschätzung zu, dass man in Österreich, verglichen zu anderen Ländern, noch stärker auf Bargeld setze. Wenngleich er diesem grundsätzlich eine weniger positive Zukunft attestiert: „Bargeld wird langfristig verschwinden und spielt in einigen europäischen Ländern heute schon keine wesentliche Rolle mehr.“ Gerade Corona habe diesen Prozess beschleunigt. Diverse Karten, Smartphones oder auch Smartwatches seien als Zahlungsmethode auf dem Vormarsch.

Senioren halten weiter an Bargeld fest

Während die Bezahlung diverser Einkäufe allgemein also immer öfters elektronisch abgewickelt wird, ist es gerade die ältere Generation, welche oftmals auf Bargeld angewiesen ist. Maria Fuchs, Vorsitzende der Bezirksgruppe Baden von Niederösterreichs Senioren, meint beispielsweise, dass es in manchen Lebensmittelgeschäften in kleinen Orten erst gar nicht die Möglichkeit gebe, per Karte zu bezahlen: „Gerade in Pandemiezeiten ist ja die kontaktlose Zahlung gewünscht worden. Um im Hofladen einkaufen zu können, braucht man aber Bargeld.“

„Im Hofladen kann man nur per Bargeld bezahlen!“
Maria Fuchs, Obfrau Niederösterreichs Senioren Bezirk Baden

Der Umgang mit Bankomaten sei für Senioren längst kein Problem mehr. Viel eher bereite es Schwierigkeiten, dass solche am Land oftmals weit entfernt seien. „Ältere Personen, die nicht Auto fahren können, sind also auf Hilfe angewiesen.“ Diese Ansicht teilt auch der Obmann des Seniorenbundes Baden, Leopold Habres. Bargeld habe gerade in der älteren Gesellschaftsschicht eine große Bedeutung. Überall dort, wo man mit diesem nicht mehr bezahlen kann, ergäben sich für einen nicht unbedeutenden Teil der Bevölkerung zusätzliche Erschwernisse. „Bargeld sollte also als Zahlungsmittel weiter zur Verfügung stehen“, ist Habres überzeugt.

Dass vorwiegend Pensionisten zu Scheinen und Münzen greifen, konstatiert weiters Gerhard Maschler,  Bezirkswirtesprecher und Inhaber des „Gasthof Maschler“  in Traiskirchen. Für die Gastronomie an sich spiele es eine marginale Rolle, auf welchem Weg die Gäste bezahlen. „In puncto Trinkgeld muss man nur da und dort höflich darauf hinweisen, dass ein solches auch per Kartenzahlung gegeben werden kann. Manche Leute vergessen das“, sagt der Bezirkswirtesprecher.

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