Günseldorfer werden zu Neubau befragt. Nach Unterschriftenaktion gegen geplanten Neubau, werden die Günselsdorfer am 28. Juni zu den Urnen gerufen.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 23. Juni 2020 (05:23)
Gemeinderätin Sabine Zöchling (Unser Günselsdorf) und ihre Mitstreiter rufen die Günselsdorfer am 28. Juni zur Volksbefragung.
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Die Coronakrise nutzte eine Initiative, die von der Liste „Unser Günselsdorf“ ins Leben gerufen wurde dafür, um Unterschriften für eine Volksbefragung gegen den vom SPÖ-Bürgermeister Alfred Artmäuer geplanten Neubau des Gemeindeamtes in einem Genossenschaftsgebäude zu sammeln. „Die Barrierefreiheit im derzeitigen Gemeindeamt ist durchaus gegeben“, erklärt „Unser Günselsdorf“-Gemeinderätin Sabine Zöchling in einer Aussendung.

„Bei einer Begehung mit dem Verein ‚BhW Niederösterreich‘ im Jahr 2012 wurde nur beanstandet, dass es keinen Handlauf entlang der bestehenden Rampen gäbe. Die barrierefreien Rampen zum Eingang wurden besonders lobend erwähnt. Weiters wurde empfohlen, einen Behindertenparkplatz einzurichten. Beide Maßnahmen wurden bis jetzt nicht umgesetzt, obwohl dies ohne größeren Zeit- und Kostenaufwand möglich gewesen wäre“, kritisiert Zöchling.

Ein weiteres Problem, die fehlenden Büroräume im Gemeindeamt, sieht Zöchling als „temporäres Problem“. „Vor Kurzem wurde eine zusätzliche Bürokraft eingestellt, dafür werden in den nächsten zwei Jahren aber drei Mitarbeiter in Pension gehen.“ Auch ein fehlender Pausenraum und Duschmöglichkeiten sehen die Kritiker des Neubaus als „lösbar“. Ganz besonders stört die Liste aber die Tatsache, dass von einem Gebäude in Gemeindeeigentum in ein Mietobjekt gewechselt werden soll.

„Umbaukosten wären viel zu hoch“

Naturgemäß anders sieht das Ortschef Alfred Artmäuer: „Seit 2017 ist bekannt, dass eine Wohnbaugenossenschaft einen neuen Wohnbau im Zentrum von Günselsdorf errichten wird. Dort gab es neben einer neuen Arztpraxis auch die Möglichkeit, das Gemeindeamt unterzubringen. Wir haben daher im Vorfeld alle Optionen geprüft. Es wurde eine Aufstockung überlegt, ebenso wie eine Erweiterung. Die Kosten dafür lagen, je nach Ausführung, zwischen 551.000 und 800.000 Euro. Daher haben wir uns, noch vor der Gemeinderatswahl, klar für die Übersiedlungsvariante ausgesprochen“, erklärt der Bürgermeister, der bei der Gemeinderatswahl im Jänner 14 der 19 Mandate für die SPÖ erreicht hatte.

Die Notwendigkeit eines barrierefreien Gemeindeamtes sowie die Erweiterung der Räumlichkeiten sieht der Bürgermeister als unumgänglich und ist davon überzeugt, dass die geplante Übersiedelung in den Neubau die richtige Entscheidung ist.

„Wie es die Gemeindeordnung vorsieht, werden wir die Volksbefragung am 28. Juni durchführen. Die Kosten dafür werden ca. 10.000 Euro betragen. Für mich kommt es natürlich nicht nur auf das Ergebnis der Befragung an, sondern vor allem auch auf die Höhe der Beteiligung“, sagt Artmäuer. Aussagekräftig sei für ihn eine Beteiligung, die, ähnlich wie bei der Gemeinderatswahl, bei 70 Prozent liege.