Tipps: So gelingt Heim-Unterricht mit Volksschulkindern. Der Coronavirus bestimmt derzeit den Alltag von uns Menschen rund um den Globus. In Europa sind die Schulen mittlerweile in einigen Ländern, wie Italien und Österreich geschlossen. Aber Homeschooling - also Heimunterricht - stellt und Eltern auch vor große Herausforderungen, vor allem bei Volksschulkindern.

Von Verena Irrschik. Erstellt am 17. März 2020 (17:33)
Heimunterricht
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Für Lehrer, Eltern und Schüler ist die neue Situation mit Homeschooling gleichermaßen eine Herausforderung. Während Lehrer Unterrichtsmaterialien zusammenstellen und meist online zur Verfügung stellen, müssen Schüler und Eltern zu Hause einen neuen Rhythmus finden. Gerade Volksschulkinder brauchen dabei allerdings unsere Unterstützung. Für alle Erstklassler ist es noch einmal mehr herausfordernd. Denn nach dem 1. Schulsemester sind sie endlich im Schulalltag angekommen und müssen sich plötzlich wieder auf eine neue Situation einstellen.

Damit diese Umstellung auf Homeschooling gut gelingt und die Kinder danach auch wieder gut in den Schulalltag zurückfinden können, habe ich euch einige Tipps aus Schulpsychologischer Sicht zusammengefasst.

1. FIXE STRUKTUREN UND EINE NEUE ROUTINE FINDEN

Gerade die Kleinen brauchen fixe Strukturen und Abläufe. Diese geben ihnen Sicherheit und Stabilität. Gerade in der derzeitigen Situation (die auch kleinere Kinder spüren und sie belastet), gibt ihnen das eine Routine auf die sie sich verlassen können. Bei uns gibt es Homeschooling täglich von 9:00-12:00.

Zu den fixen Strukturen gehört genauso dazu dass sie Kinder während der Lerneinheiten am Tisch sitzen (unser Esstisch ist am Vormittag unser Schultisch) und ihre Aufgaben wie in der Schule erledigen. Somit kommen sie gar nicht auf die Idee, zwischendurch zu essen, trinken oder andere Dinge zu machen.

Tipp! Vermeidet „Ausnahmen“, wie z.B. heute beginnen wir erst um 10:00 oder wenn ihr dazu keine Lust habt, machen wir es halt erst morgen … denn diese gibt es in der Schule auch nicht und damit untergrabt ihr eure eigene Autorität. 

2. STUNDENPLAN

Wir haben einen Stundenplan erstellt auf dem meine beiden Volksschulkinder (1. Klasse und 3. Klasse) wissen welche Fächer wir durchnehmen. Damit die beiden aus dem Schulalltag nicht komplett heraus gerissen werden, haben wir Fächer gewählt, die sie auch sonst an diesem Tag in der Schule haben. Sport gehört da genauso dazu. Bei uns wird dabei das Wohnzimmer in einen Parcours umgebaut. Seid erfinderisch und überlegt euch gemeinsam mit den Kleinen Übungen.

Überlegt euch auch ein Signal damit die Kinder wissen wann die „Schule“ beginnt und eine Lerneinheit zu Ende ist. Meine Kinder haben sich eine Glocke gewünscht, die ich dann läuten muss.

3. REGELMÄSSIGE PAUSEN, WIE IN DER SCHULE

Pausen sind wichtig! Zwischen den einzelnen Lerneinheiten solltet ihr (wie in der Schule) Pausen machen. Meine beiden bekommen ihre Jausenboxen genauso befüllt wie in der Schule. In der „großen“ Vormittagspause wird der Snack dann entweder im Garten oder Wohnzimmer gegessen. Die beiden finden das ziemlich „cool“ ;-).

Wie Stempel, Sticker & Co helfen können, wann und wie Bewegungseinheiten eingebaut werden können, welchen Sinn lustige Rituale haben, und wie wichtig die volle Aufmerksamkeit der Eltern ist, lest ihr hier:

https://www.avaganza.com/so-gelingt-homeschooling-mit-volksschulkindern-7-einfache-tipps/