Die Spreu vom Weizen - Weizen vs. Vollkorn!. Weizen kann, muss aber nicht ungesund sein. Wer an einer festgestellten Unverträglichkeit oder Allergie leidet, greift ohnehin nicht zum Weizen. Ansonsten kann man bei der Verarbeitung des Korns aber schon einen genaueren Blick drauf werfen!

Von Sara-Lisa Gossy-Gamperl. Erstellt am 09. September 2021 (07:00)
Sali vor Gericht: Weizen
Shutterstock.com; Christian Jung; Adehoidar

Weizen oder Brot hat schon immer die Welt ernährt und wird auch nicht umsonst im Vaterunser erwähnt. In Österreich werden jährlich durchschnittlich 48 kg Brot pro Kopf verzehrt und unsere Brotvielfalt ist über die Grenzen hinaus bekannt. Vor ein paar Jahren gab es beim Thema Weizen jedoch eine Trendwende und schnell wurde er als „Dickmacher“ und „Glutenbombe“ kategorisiert.

Jeder Blähbauch und sogar der Hüftspeck wurde dem Weizen geschuldet und plötzlich war die heißgeliebte Semmel weg vom Teller. Bei rund einem Prozent der Menschen kann Weizen tatsächlich „Stress machen“ – nämlich in Form von Zöliakie, einer schweren Darmerkrankung, die erblich bedingt ist. Neben Weizen gibt es noch sechs weitere Getreidearten, die eine Rolle in unserer Nahrung spielen: Gerste, Hafer, Roggen, Reis, Mais, Hirse und die Ursprungsformen des Weizens Dinkel, Einkorn, Kamut und Emmer.

Hier sei erwähnt, dass die alten Sorten sehr gesund sind, da sie mehr Eiweiß und Mineralstoffe enthalten wie die moderneren Sorten. Manche Bäckereien im Burgenland greifen genau auf diese alten Sorten zurück und bringen gesunde Urkornprodukte wieder unter das Volk. Aber ist der Weizen jetzt wirklich so schlecht wie er dargestellt wird? 

Getreide - möglichst alte Sorten und Vollkorn essen

Leiden Sie an einer festgestellten Weizenallergie oder fühlen Sie sich tatsächlich nicht wohl beim Knabbern eines Baguettes, dann lassen Sie es einfach sein. Aber immerhin enthält Weißbrot 40 Prozent mehr Ballaststoffe als ein Apfel, laut Wissenschaftlern – na bitte, so böse kann das Weckerl nicht sein. Fakt ist aber auch, dass der regelmäßige Verzehr von Vollkornprodukten unser Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 senken kann.

Bei Weißmehlprodukten wird jedoch die Schale und der Keim des Getreidekorns fast komplett entfernt, was bedeutet, dass wichtige Vitamine, Enzyme und hochwertige Fette verschwinden. Ohne der Schale und dem Keimling bleibt bei Weißmehlprodukten nur mehr der Mehlkörper in Form von Stärke über, diese wird nicht von unserem Körper abgebaut.

Somit ist der Griff zu Vollkornprodukten um einiges sinnvoller, denn darin stecken wichtige Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und vor allem Ballaststoffe, deren gesundheitliche Vorteile längst bekannt sind. Hier ein schnelles und einfaches Rezept für ein Dinkel-Vollkornbrot:

Rezept für Dinkel-Vollkornbrot

  • 500 g Mehl (300 g Dinkelmehl und 200 g Dinkelvollkornmehl)
  • 2 EL Haferflocken
  • 1 Germ
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 150 g gehackte Nüsse und Samen (Leinsamen, Walnüsse, Haselnüsse etc.)
  • 1 EL Salz
  • 2 EL Apfelessig

Eine Brotkastenform gut einfetten und mit Haferflocken bestreuen. Das Wasser in eine Schüssel geben und die Germ darin auflösen. Die restlichen Zutaten zugeben und einen Teig anrühren. Der Teig ist jetzt noch etwas flüssig, das macht aber nix, gleich in die Kastenform einfüllen.

Nun in den kalten Ofen stellen und bei 200 Grad Ober-/Unterhitze ca. einer Stunde backen. Falls das Brot noch zu weich ist, das Brot nochmal aus der Form nehmen und nochmal kurz in den Ofen schieben.