Bezirk Bruck erlebte viele Hochs und Tiefs

Am 1. Jänner 2022 war es genau hundert Jahre her, dass das Trennungsgesetz für Wien und Niederösterreich in Kraft trat.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 05:17
Lesezeit: 2 Min
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Das Foto zeigt die Brucker Kirchengasse in den 1960er Jahren. Hier wurde 1978 die Fußgängerzone eröffnet. Bruck war damals die erste und kleinste Stadt in Niederösterreich mit einer Fußgängerzone. Foto:
Foto: Brucker Stadtarchiv

Das Jahr 1922 war ein bewegtes im Bezirk. Schwechat wurde 1922 zur Stadt erhoben. In diesem Jahr wurde es gleich zweimal von einem Hochwasser heimgesucht. Die Preise für Brot, Bier und Strom wurden Anfang des Jahres einmal mehr erhöht. Die Folgen des Ersten Weltkrieges, etwa dass überhaupt keine Gerste zur Verfügung stand, trafen natürlich auch die Brauindustrie in Schwechat schwer.

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Gleichzeitig ließ man es sich nicht nehmen, zu feiern. So beging der Schwechater Männergesangsverein seine 60-Jahr-Jubiläumsfeier mit der Enthüllung der Josef Eybler Gedenktafel auf seinem Geburtshaus am Hauptplatz. Auch der Arbeiter Sängerbund feierte sein 15-jähriges Bestehen mit einem gut besuchten Fest.

Am 15. Oktober 1938 war es für Schwechat fürs Erste vorbei mit der Eigenständigkeit. Die Stadt wurde von der NS-Reichsregierung als Teil des neuen 23. Bezirks in das neue Groß-Wien eingegliedert.

In der heutigen Bezirkshauptstadt Bruck wurde 1922 das Kriegerdenkmal am Hauptplatz mit einem großen Volksfest enthüllt. Außerdem wurde in diesem Jahr die Bezirksbauernkammer gegründet. In der Zuckerfabrik übernahm Ferdinand Bloch-Bauer die Führung und baut die Fabrik zur modernsten Anlage aus. Unter anderem wurde eine Zuckerwürfel-Station eingerichtet.

„Nachdem Wohnraum in Bruck nach dem Ersten Weltkrieg eher rar war, entstand in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts an Stelle des Flüchtlingslagers der Stadtteil Alte Siedlung“, erzählt Stadtarchivarin Petra Weiß. An das Flüchtlingslager, das von 1914 bis 1918 bestand, erinnern heute nur noch die Straßennamen.

Insgesamt hat der Bezirk in den vergangenen 100 Jahren einiges an Auf und Abs erlebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der heutige Brucker Bezirk noch für über 70 Jahre in zwei Bereiche geteilt. Der Schwechater Teil, der bis zur Bezirkszusammenlegung 2017 zu Wien-Umgebung gehörte und der damalige Brucker Bezirk. Letzterer war für den Großteil dieser 100 Jahre von der Lage am Eisernen Vorhang geprägt. Und auch seit der Öffnung der Grenzen ist der Umstand, dass wir im Grenzgebiet leben, ein bestimmendes Element für die Entwicklung der Region. Mittlerweile ist dadurch der Bezirk zu einem der dynamischsten im Land geworden und verzeichnet auch den größten Zuzug durch die beiden Großstädte Wien und Bratislava.

Wesentliche Punkte in der Geschichte waren etwa die Schließung der Zuckerfabrik in Bruck im Jahr 1986 sowie die Aubesetzung im Jahr 1984, um die Errichtung eines Donaukraftwerks zu verhindern. Daraus resultierte letztendlich 1996 die Gründung des Nationalparks Donau-Auen.

Einschneidend wirken sich auch immer wieder die Naturereignisse aus, so etwa die Jahrhundert-Hochwasser in den Jahren 2002 und 2013. Für die Weiterentwicklung in vielen Bereichen leistete der Regionalentwicklungsverein Römerland Carnuntum, der 2002 gegründet wurde und dem mittlerweile 30 Gemeinden des Bezirks angehören, einen wesentlichen Beitrag. Im Jahr 2011 bildete die Landesausstellung einen kulturellen und touristischen Höhepunkt.

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