Haslau-Maria Ellend erstes Ziel des Zuzugs

Erstellt am 16. Mai 2022 | 04:43
Lesezeit: 3 Min
Familie Alois Leyrer
Das frühere Mauthaus wurde schon 1787 zum Gasthaus umfunktioniert. Im Jahr 1925 wurde das Gebäude von der Familie Leyrer gekauft und zum Gasthaus „Römermaut“ umgebaut.
Foto: Familie Alois Leyrer in „Haslau-Maria Ellend in alter Zeit“ von Herbert Kugler
Die Gemeinde Haslau-Maria Ellend ist seit 1922, vor allem aber in den letzten 30 Jahren, stark gewachsen.
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Die Gemeinde Haslau-Maria Ellend zählt heute rund 2.035 Hauptwohnsitzer. Seit der Eigenständigkeit Niederösterreichs, die durch die Ablösung von Wien im Jahr 1922 eintrat, hat die Gemeinde also beträchtlich an Einwohnern zugelegt, denn damals waren es gerade einmal 742.

Der größte Zuwachs erfolgte allerdings erst in den vergangenen 30 Jahren, vor allem seit der Errichtung der A4 mit der Abfahrt bei der Nachbargemeinde Fischamend. Die Gemeinde war eine der ersten, die den Bevölkerungsanstieg im Bezirk stark spürte. Seit 1991 verdoppelte sich die Zahl der Menschen, die in der Gemeinde leben, beinahe.

Hochwasser und Muren setzten Ortsteilen zu

Beide Ortsteile sind direkt an dem Steilrand am Donauufer errichtet, was in frühen Jahren zu beträchtlichen Schäden führte, und zwar einerseits freilich durch Hochwasser-Ereignisse, aber auch durch Murenabgänge, weil das Wasser den Steilhang unterspülte. Ein dramatischer Murenabgang ereignete sich etwa kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Haslauer Unterfeld. Erst durch die Regulierung der Donau gewannen die Anrainer einiges an Sicherheit.

Gleichzeitig war die Wasserversorgung besonders im hochgelegenen Haslau bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts schwierig. Die meisten Höfe hatten keine Hausbrunnen und waren somit bei der Wasserversorgung auf die Nachbarn angewiesen. „Das Nutzwasser musste aus der Donau mühselig herangekarrt werden, wobei es immer wieder zu schweren Unfällen kam“, schreibt dazu etwa Herbert Kugler in seiner Ortschronik „Haslau-Maria Ellend in alter Zeit“.

An den öffentlichen Verkehr angebunden wurde Maria Ellend schon im Jahr 1914, als die Haltestelle der Bahnlinie Wien-Preßburg eröffnet wurde. Dadurch verzeichnete der Ort auch eine starke Zunahme der Wallfahrten zur Lourdes-Grotte, die in den Jahren davor errichtet worden war. Die Pfarre selbst wurde im Jahr 1929 durch die Missionare von der Heiligen Familie übernommen, die sie auch heute noch betreuen.

In den Kriegsjahren war auch in Haslau und Maria Ellend das Leid groß. 1944 verursachte ein Bombenangriff auf Haslau zahlreiche Tote und Verwundete sowie schwere Sachschäden.

Während die Wallfahrtskirche in Maria Ellend schon 1771 geweiht wurde, wurde die Fischerkirche in Haslau erst 1960 errichtet.

In den 1960er Jahren erfolgte die Einstellung der Fährverbindung, die schon im Mittelalter von Haslau über die Donau nach Orth geführt hatte. Seither besteht an dieser Stelle nur noch eine touristische Verbindung für Fußgänger und Radfahrer mit einem Motorboot. Im Jahr 1969 erfolgte die Zusammenlegung der Orte Haslau/Donau und Maria Ellend zur Gemeinde Haslau-Maria Ellend. Mit einem großen Festakt wurde der Gemeinde im Jahr 2003 ihr Wappen verliehen.

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