Hof: Ein Ort an der Grenze

Erstellt am 04. Juni 2022 | 04:44
Lesezeit: 3 Min
Hof am Leithaberge
Eine provisorische Grenzstation im Jahr 1918. A. Kopeczek in Chronik „Die Marktgemeinde Hof am Leithaberge im Wandel der Zeit“.
Foto: A. Kopeczek
Hof am Leithaberge war durch die Lage an der Grenze geprägt.
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Die Gemeinde Hof zählt heute etwas mehr als 1.500 Hauptwohnsitzer und liegt am Fuße des Leithagebirges. Sie grenzt somit sowohl an den Bezirk Baden als auch an das Burgenland. Bis zum Jahr 1938 gehörte die Gemeinde allerdings zum damaligen Gerichtsbezirk Ebreichsdorf. Die zuständige Bezirkshauptmannschaft war damals somit Mögling. Erst 1938 wurde Hof dem Bezirk Bruck zugeordnet.

Die vorwiegend landwirtschaftliche Gemeinde war über Jahrhunderte von den Wetterlagen abhängig. So ist etwa überliefert, dass im Winter 1928 eine Kältewelle dafür sorgte, dass die Schule nicht mehr entsprechend beheizt werden konnte. Noch zu Unterrichtsbeginn herrschten in den Klassenzimmern Minusgrade. Dieser Winter ließ in Hof etliche Weinkulturen erfrieren. Schweren Schaden nahmen die landwirtschaftlichen Kulturen schon im Sommer darauf, als 1929 ein Hagel die Felder verwüstete.

Für die Viehbesitzer brachte hingegen die Maul- und Klauenseuche im Jahr 1938 herbe Einbußen, wie in der Chronik „Die Marktgemeinde Hof am Leithaberge im Wandel der Zeit“ nachzulesen ist. Zu dieser Zeit waren schon etwa gleich viele Menschen in Industrie und Gewerbe beschäftigt, wie in der Landwirtschaft. Ein großer Arbeitgeber war damals ein metallverarbeitender Betrieb, der Firma Rohrböck, der 1898 errichtet worden war.

Entscheidend war für die kleine Gemeinde damals auch noch die Lage an der Grenze zu Westungarn. Aber auch die Nähe zur Großstadt Wien war für den Ort prägend. In den 1920er Jahren wurde die Gemeinde zu einem beliebten Ausflugsziel der Wiener. Diese Touristen blieben allerdings mit Beginn der Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre immer mehr aus.

Eine Aufbruchstimmung im Jahr 1938 machte in den darauffolgenden Kriegsjahren bald der Ernüchterung Platz. Ab 1941 flogen regelmäßig deutsche Luftgeschwader über Hof nach Osten. Hier wirkte sich der Ausbau der Flugplätze Wiener Neustadt und Vöslau-Kottingbrunn aus. In einer regnerischen Nacht im Winter 1942/1943 prallten sechs Flugzeuge im Nebel gegen den Leithaberg. Zwei weitere Flugzeuge stürzten im benachbarten Mannersdorf auf dem Gebiet des heutigen Naturparks „Wüste“ ab.

Bei der Volkszählung 1951 stellte sich heraus, dass die Bevölkerungszahl kriegsbedingt um mehr als 200 zurückgegangen war. In den 1960er Jahren wies der Ort eine große Vielfalt an Gewerbebetrieben auf. Neben Nahversorgern wie Bäckern und Fleischern gab es etwa fünf Gasthäuser, zwei Schmiede, zwei Tischler, drei Holzhandlungen, zwei Obst- und Gemüsehandlungen und vieles mehr. Um die Mitte der 1980er Jahre setzte in Hof ein kräftiger Bauboom ein. So wurden zwischen 1986 und 1995 insgesamt 72 Einfamilienhäuser errichtet.

Ein immer wiederkehrendes Thema war das der Wasserversorgung. So wurde 1997 eine direkte Transportleitung für die Föhrenwaldsiedlung errichtet. 2014 wurde ein dritter Brunnen in Betrieb genommen. Rund 1,8 Millionen Euro wurden investiert, dazu gehörten auch die Installierung eines Hochbehälters, eine Wasseraufbereitung und eine Erneuerung der Wasserleitungen.

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