12 Monate Haft für Kaffeemaschinen-Dieb. Pervitin-süchtiger Täter hatte bei seiner Diebestour auch einen Schlagring dabei.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 06. November 2020 (10:56)
Im Bezirksgericht in Bruck werden derzeit die Verfahren nach Dringlichkeit abgehandelt.
Müller

Ein 29-jähriger Slowake hatte versucht, Kunden des Eurospar in Bruck zu berauben. Die Beute bestand aus einem Rasierapparat und zwei Kaffeemaschinen mit einem Gesamtwert von etwa 750 Euro. Beim Diebesgut wurde Einzelrichter Manfred Hohenecker stutzig.

Warum er gestohlen habe, wollte der Richter wissen und erhielt vom Angeklagten zur Antwort, dass er Hunger gehabt habe. „Und dann stehlen’s zwei Kaffeemaschinen“, blieb Hohenecker ungläubig. Erschwert wurde der Anklagevorwurf, wie Staatsanwalt Josef Mechtler vortrug, dass der Mann einen Schlagring mit sich führte und somit eine in Österreich verbotene Waffe. Das Mitführen der Waffe erklärte der 29-Jährige mit seiner Obdachlosigkeit, um sich in der Nacht vor anderen zu schützen. Er hätte zum Zeitpunkt der Tat gar nicht gewusst, dass er den Schlagring einstecken hätte, wollte er im Landesgericht Korneuburg glauben machen. 

Weder Staatsanwalt Mechtler, der vom Angeklagten aufgrund seiner fünf einschlägigen Vorstrafen als „Kriminaltouristen“ sprach, noch Richter Hohenecker mochten dem wirklich Glauben schenken; zumal Hohenecker eine zusätzliche Gefahr in der Pervitin-Sucht des Angeklagten sah. Pervitin verleiht kurzzeitig Selbstbewusstsein, ein Gefühl der Stärke und dem Leben eine ungewohnte Geschwindigkeit. „Ein Pervitin-Süchtiger mit einem Schlagring ist eine tickende Zeitbombe“, so Hohenecker. Rechtskräftig wurde der Mann zu 12 Monaten Freiheitsstrafe, davon acht Monate bedingt, verurteilt.