Hainburgs Wehr ist eine der ältesten

Erstellt am 30. Mai 2022 | 20:19
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Helmut Schmid, Christian Edlinger, Martin Jawurek (Militärkommandant NÖ), Stadtpfarrer Othmar Posch, Bezirkshauptmann Peter Suchanek, Botschafterin Margit Bruck-Friedrich, Michael Krischka (Rettungskommandant) & Dietmar Fahrafellner.
Foto: Josef Rittler
Die Feuerwehr Hainburg feierte ihr 160-jähriges Bestehen. Kommandant Christian Edlinger: „Zusammenhalt ist uns wichtig“
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Mit einem Festakt auf dem Hauptplatz feierte die Feuerwehr Hainburg das 160. Jahr ihres Bestehens. „Das sind 160 Jahre Kameradschaft, die uns zeigen, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten“, erklärte Kommandant Christian Edlinger in seiner Festansprache. Zahlreiche Ehrengäste, darunter Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP), Feuerwehr-Landeskommandant Dietmar Fahrafellner und Bürgermeister Helmut Schmid (ÖVP) würdigten die Tätigkeit der Feuerwehrmitglieder.

Diese sei in den Jahrzehnten immer herausfordernder geworden, beschränke sich der Einsatzbereich doch längst nicht mehr allein auf die Brandbekämpfung. „Mittlerweile braucht es Spezialisten für jedes Fachgebiet, das ist mit viel Zeitaufwand und Schulungen verbunden“, sagte Schmid. Doch nicht nur die Feuerwehrmitglieder selbst, auch deren Angehörige seien oft gefordert, denn ohne die Unterstützung der Familien gehe es nicht. „Die Einsätze sind eine physische und eine mentale Herausforderung“, sagte Schmid. Oft fänden die Feuerwehrleute ein Chaos vor, in dem sie Ordnung schaffen müssten, nicht immer sei klar, was einen am Einsatzort erwarte. „Ich kann der Feuerwehr Hainburg aber versichern, dass ihre Anliegen in der Gemeinde immer Priorität haben werden“, so der Bürgermeister.

Hainburger Feuerwehr ist zweitälteste in NÖ

Die Hainburger Wehr ist die zweitälteste in ganz Niederösterreich, nur die Feuerwehr Krems ist ein Jahr älter. Aus bescheidenen Anfängen gewachsen, hat sie eine bewegte Geschichte hinter sich. Immer wieder mussten nicht nur Brände bekämpft werden, sondern auch die Donau trat über die Ufer und bedrohte die Stadt. Besonders die Hochwassereinsätze der Jahre 2002 und 2013 forderten vollen Einsatz. 2013 hatte eine wahre Jahrhundertflut die Mittelalterstadt erreicht.

Die Donau stieg bis zu einem Pegel von neun Metern, Siedlungen am Strom mussten geräumt werden. Mehr als 2.000 Sandsäcke wurden geschlichtet, beim Personenbahnhof trat das Wasser bereits aus dem Boden an die Oberfläche. Nur durch den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehr war die Stadt der Katastrophe entkommen. Auch im Ausland hilft die Feuerwehr Hainburg. So waren im Frühjahr 2021 vier Mitglieder mit Kameraden aus ganz NÖ in Belgien im Einsatz, um im Hochwassergebiet Menschen zu retten.

„Drei Tage lang sind wir das Gebiet mit Zillen abgefahren und haben Häuser durchsucht“, berichtet Edlinger, damals Leiter des NÖ Kontingents. Der Kommandant war auch bei Waldbränden in Nordmazedonien im Einsatz, die Feuerwehr Hainburg half ebenfalls bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Hirschwang im Raxgebiet mit. 

Die Feuerwehr zählt derzeit 123 Mitglieder: 73 Aktive, 24 Jugendliche, 13 Reservisten, neun Kinder sowie vier Ehrenmitglieder. Die neue Generation steht schon in den Startlöchern: 2021 wurden zehn neue Mitglieder in die Jugend aufgenommen, von der Jugend wiederum traten zwei Mitglieder in die aktive Feuerwehr über.

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