Bruck/Leitha: Postler ließ 493 Pakete mitgehen. Den Inhalt der Packerl verkaufte der 43-Jährige, um sein Gehalt aufzubessern. 18 Monate Freiheitsstrafe.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 29. April 2021 (03:23)
Symbolbild
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Warum ein Paket nicht bei seinem Empfänger ankommt, kann vielfältige Gründe haben.

Den, der in den letzten Jahren im Raum Bruck zu vermeintlich verschwundenen Paketen geführt hat, wünscht man sich dabei wohl am allerwenigsten. Im August 2019 hatte ein heute 43-jähriger Ungar eine für ihn gewinnbringende Idee. Im Postverteilzentrum, der sogenannten Postbasis, wo er arbeitete, ließ er immer wieder Pakete verschwinden, um deren Inhalt – bevorzugt elektrische Zahnbürsten, Lautsprecher und Mikrowellengeräte – zur Aufbesserung seines Gehalts weiterzuverkaufen.

Kollegen „arbeiteten“ mit der gleichen Masche

Gewinnbringend war das Vorhaben zumindest so lange, bis Ende letzten Jahres die Handschellen klickten. Bis zu seiner Festnahme und Inhaftierung am 18. Dezember 2020 summierte sich die Anzahl der nie angekommenen Packerl auf 493. Als Rechtfertigung gab er unter anderem seine drei Kinder im Alter von 15 und 13 Jahren, sowie acht Monaten an.

Seine geständige Verantwortung vor Richterin Anna Wiesflecker am Landesgericht Korneuburg und die Tatsache, dass er weitere Kollegen nannte, die sich ebenfalls dieser Masche bedienten, bescherten ihm für seinen gewerbsmäßigen schweren Diebstahl ein mildes Urteil: 18 Monate Freiheitsstrafe, davon zwölf Monate bedingt.