Rittler ficht Wahl in Bruck an. Die Landeswahlbehörde entscheidet darüber nach dem Ende der Einspruchsfrist.

Von Susanne Müller. Erstellt am 05. Februar 2020 (04:16)
Die Stimmen sind ausgezählt, das Ergebnis klar. Nun fordert Bürgerlisten-Kandidat Paul Rittler eine Wiederholung der Wahl.
Wodicka

„Mögliche gesetzwidrige Vorgänge“ will Paul Rittler bei der Gemeinderatswahl am Sonntag in Bruck bemerkt haben. Deshalb hat der Spitzenkandidat der Unabhängigen Brucker Bürgerliste nun eine Anfechtung an die Wahlbehörde geschickt – mit dem Antrag auf Wahlwiederholung.

Die Vorwürfe, die er vorbringt, sind sehr breit gestreut. In einem Wahllokal seien ihm kein Tisch und Sessel zur Verfügung gestellt worden, in einem anderen sei beim Auszählen der Stimmen zum Öffnen der Kuverts ein Schneidemesser verwendet worden. Wieder in einem anderen Sprengel-Wahllokal seien im Wählerverzeichnis Namen doppelt aufgeschienen.

SP-Bürgermeister Gerhard Weil betont, dass alles rechtmäßig durchgeführt worden sei. „Wir haben das alles überprüft. In dem einen Fall war eine Familie wählen, natürlich hatten da mehrere Personen den selben Namen“, so Weil, der bereits alle Behörden auf Bezirks- und Landesebene informiert hat.

Stadtchef vermutet psychische Probleme

Nicht nur über die Anfechtung an sich, sondern auch über seine Befürchtung, dass Rittler psychische Probleme habe. „Überall wird mir gesagt, dass er sich selbst Hilfe suchen muss. Solange er keine strafbare Handlung begeht, kann man nichts machen“, so Weil, der schon in der Vergangenheit zahlreiche Schreiben von Rittler erhalten hat.

Darin sei wiederholt davon die Rede gewesen, dass er sich von ausländischen Geheimdiensten oder Religionen verfolgt fühle und auch, dass er unerklärliche Schmerzen habe. „Ich habe versucht, ihm zu helfen“, erzählt Weil, dass er auch mit dem psychosozialen Dienst Kontakt aufgenommen habe. Die Anfechtung könne man natürlich dennoch nicht einfach für null und nichtig erklären. „Die gehört ordentlich abgehandelt“, betont Weil. Die Anfechtung liegt mittlerweile bei der Landeswahlbehörde.

Die wird nach Ablauf der Einspruchsfrist darüber urteilen. „Dann bekommen wir einen Bescheid“, so Weil. Rittler selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Erst kürzlich informierte er die NÖN per Brief, dass er nur noch auf dem Postweg erreichbar sei. Der Bürgerlisten-Kandidat schaffte bei der Wahl den Einzug in den Gemeinderat nicht.