Neue Optik für die Brucker Fuzo

Neue Möbel und Pflanzen sind geplant. Große Umgestaltung wird es aber keine geben.

Erstellt am 13. März 2019 | 04:38
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Die Kirchengasse soll mit neuen Sitzgelegenheiten ausgestattet und begrünt werden.
Foto: Müller

Nach vielen Diskussionen sieht es nun so aus, als wären die Auffassungen im Rathaus zur Zukunft der Kirchengasse nicht so unterschiedlich.

„Die Sitzgelegenheiten sind nicht mehr zeitgemäß“, sprach sich SP-Bürgermeister Gerhard Weil in der Arbeitsgruppen-Sitzung der Vorwoche und im Gespräch mit der NÖN für neue Möbel für die Kirchengasse aus. „Wir wollen auch mehr Grün in die Gasse bringen“, sagt Weil. Ein groß angelegter Umbau sei allerdings nicht geplant. Um mehr Bewohner ins Zentrum zu bringen, wolle er demnächst mit einigen Hauseigentümern das Gespräch suchen.

„Wir wollen die Eigentümer ideell unterstützen“, verweist Weil auch auf die Hilfe des Gestaltungsbeirats, der bereits einige positive Beispiele an Umbauten und Sanierungen hervorgebracht habe. Unterm Strich sei das Ziel einerseits ein Bevölkerungszuwachs in der Innenstadt und andererseits eine „optische Adaptierung“.

Umfrage-Ergebnisse wurden präsentiert

In beiden Punkten dürfte es auch Einigkeit mit der ÖVP geben. „Ich sehe damit einen Teil der Forderungen erfüllt und freue mich über die Einsicht in der Stadtführung“, meint VP-Stadtrat Ronald Altmann. Er präsentierte in der Arbeitsgruppe die Ergebnisse der Umfrage, die er unter Geschäftsleuten und Bewohnern der Kirchengasse durchgeführt hat (die NÖN berichtete).

Eine Begrünung der Fuzo wird ihr zufolge als dringendste Maßnahme empfunden. „Bessere Sitzgelegenheiten und mehr Spielgeräte für Kinder wurden auch oft genannt“, sagt Altmann. Insgesamt seien die Sichtweisen oft konträr: „Während die meisten Bewohner (Mieter, Eigentümer) ihr ruhiges Wohnumfeld nicht verändern wollen, glauben viele Wirtschaftstreibende, von einer Zufahrtsmöglichkeit und zusätzlichen Parkplätzen profitieren zu können“, betont Altmann. Die Öffnung der Kirchengasse für den Verkehr sei „ziemlich sicher vom Tisch“, gibt Altmann nicht nur den Tenor aus der Befragung, sondern auch jenen aus der Arbeitsgruppe wieder.

Grüner Initiativ-Antrag unter Dach und Fach

Dagegen hatten sich auch die Grünen vehement ausgesprochen. Sie sammelten am Samstag zum letzten Mal Unterschriften für ihren Initiativ-Antrag für die Innenstadt. Der soll dieser Tage im Rathaus abgegeben werden. Ziel ist, dass der Antrag in der April-Sitzung des Gemeinderats behandelt wird. Darin sind wie berichtet noch eine Reihe weiterer Forderungen für die Innenstadt enthalten.

Hauptziel ist deren „lebenswerte Gestaltung“. Dazu gehören für die Grünen auch Bürgerbeteiligung, ein besserer Informationsfluss und die Präsentation der Ergebnisse aus dem Stadterneuerungsprozess. Für die Kirchengasse gebe es zwei Maßnahmen, auf die die Gemeinde Einfluss nehmen kann. Zum einen „Beleben durch Bewohnen“, spricht Kral eine Änderung der Bauordnung auf Bauklasse 3 in manchen Bereichen an.

„Das würde es den Eigentümern leichter machen, ihre Immobilien zu verwerten“, sagt Kral. Hilfestellung könne der Gestaltungsbeirat geben. Schneller umsetzbar sei die zweite Maßnahme: „Beleben durch Begrünen und Bespielen“ unter Einbindung der Bewohner und Geschäftsleute.