Ärger um Bäume bei Kindergarten in Mannersdorf. Am Parkplatz bei der Eisgrube wurden drei Bäume gepflanzt – in Betonringen und nicht im Boden. Die LIM übt Kritik.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 01. Mai 2020 (05:34)
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Vor dem Kindergarten Eisgrube wurden drei Bäume in Betonringen gepflanzt.
Nicole Frisch

Seit längerem hat man im Kindergarten Eisgrube ein Hitzeproblem. Da der Vorraum von einer Glaswand umgeben ist, heizt die Sonne diesen auf. Drei Bäume sollen für Abhilfe sorgen, indem sie Schatten spenden. Darauf hat man sich in der Bildungskommission geeinigt.

LIM-Obmann Johann Kopf kritisiert, wie die Bäume gepflanzt wurden.
privat

Die Umsetzung sorgt nun für Aufregung bei LIM-Obmann Johann Kopf. „Das ist ein Schildbürgerstreich“, poltert er. Die Bäume wurden nämlich nicht in der Erde, sondern in Betonringe gepflanzt. Diese könnten sich dadurch nicht entwickeln und würden viel Wasser benötigen, da der Kontakt zum Boden fehlt, so die Kritik. „Der Baum kann nicht wachsen, weil er eingesperrt ist. Er kann so auch keinen Schatten spenden“, meint Kopf. Zudem sieht er eine Gefahr bei Sturm.

Für Bauhofleiter Josef Kühschitz ist die Kritik nicht nachvollziehbar. Vor der Anschaffung habe man sich gut informiert. In den Betonringen befinden sich 1,5 Kubikmeter Erde. „Der Zürgelbaum verträgt Hitze und Trockenheit“, erklärt Kühschitz. Dass die Bäume nicht direkt in die Erde gepflanzt wurden, wird mit dem felsigen Untergrund begründet. 

Auch SP-Bildungsstadtrat Mark Hofstetter findet die Vorgangsweise der LIM, die dazu auch ein Video auf Facebook veröffentlicht hat, befremdlich. „Ich verstehe nicht, wieso sie nicht nachgefragt haben, wieso wir das so gemacht haben. Danach hätten sie immer noch sagen können, dass das ein Blödsinn ist“, hält er fest. Kritik übt er an Inhalten des Videos. So wirft Kopf darin die Frage auf, wer die Bäume täglich gießt. „Man kann auch an einem Tag mehr gießen“, so Hofstetter. Zudem fragt er sich, ob die LIM für die Drohnenaufnahmen eine Genehmigung hatte. „Wir hatten eine Fluggenehmigung“, entgegnet Kopf. Er sieht in dieser Frage bloß Ablenkung. 

SP-Bildungsstadtrat Mark Hofstetter versteht die Kritik der LIM nicht.
NOEN

Hofstetter selbst findet die Lösung auch nicht optimal, sie sei aber einmal ein Ansatz. „Die Bäume sind in den Betonringen nicht festgesetzt, das kann man wieder ändern“, so Hofstetter.

Vorerst beginnen die drei Zürgelbäume in ihren Betonringen zu treiben. Bis zu 20 Meter sollen sie hoch werden.