„Mister Carnuntum“ ist nun Ehrenbürger

Der Leiter der Ausgrabungen in Carnuntum, Franz Humer, wurde von der Marktgemeinde Petronell-Carnuntum gewürdigt.

Erstellt am 01. November 2017 | 04:49
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7082431_gre44rh_franzhumerehrenbuerger_rittler_.jpg
In der Therme: Landesrätin Petra Bohuslav, Franz Humer und Martin Almstädter.
Foto: Rittler

Im stilgerechten Rahmen der rekonstruierten Therme der Römerstadt wurde dem wissenschaftlichen Leiter der Ausgrabungen, Franz Humer, am Samstag in Anwesenheit seiner Familie und vieler Weggefährten und Freunde, darunter Landesrätin Petra Bohuslav (VP), die Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Petronell-Carnuntum verliehen.

Anzeige

Die seltene Auszeichnung wurde Humer nicht nur für seine wissenschaftlichen Leistungen, sondern auch für seine „außergewöhnliche Persönlichkeit“, so Bürgermeister Martin Almstädter (SP), zuteil. Der Vorschlag zu dieser Würdigung stammt von Hermann Schneider – ein entsprechender Gemeinderatsbeschluss wurde einstimmig gefasst.

Humer stammt aus Oberösterreich und hat am 11.11.1988 seine letzte Diplomprüfung als Archäologe an der Universität Salzburg absolviert. Gerade hatte er sich fürs Doktorat inskribiert, als er Ende Februar 1989 einen Anruf bekam, eine Stelle als Archäologe in Carnuntum wäre frei. Franz Humer war schon als Student in Carnuntum in den Ferien tätig gewesen.

Ausflug wurde mit heiß, staubig, fad und vielen Gelsen assoziiert. Franz Humer

Er fuhr nach Wien, stellte sich vor, kündigte seine Studentenzimmer und begann wenige Tage später zu arbeiten.

Seine „Feuerprobe“ war, wie Humer berichtet, die Untersuchung der Nordstraße, „das war noch reine Archäologie“. Die Ausgrabungen waren in keinem präsentablen Zustand. „In den Gemeinden Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg waren zwar einige Punkte ausgegraben, aber ohne Zusammenhang, der Zerfall des Mauerwerks war schon weit fortgeschritten, ein Ausflug nach Carnuntum wurde mit heiß, staubig, fad und vielen Gelsen assoziiert.“

Gemeinsam mit Petra Bohuslav, der damaligen Geschäftsführerin des Archäologieparks und heutigen VP-Landesrätin, wurde ein Programm auf die Beine gestellt, das einerseits die wissenschaftliche Erforschung der Römermetropole vorantreiben sollte, und andererseits das antike Erbe mit modernen Präsentationsformen einem breiten Publikum zugänglich machen sollte. Angefangen bei den ersten originalgetreuen Rekonstruktionen gipfelte das Werk in der Landesausstellung 2011, seither ist Carnuntum weltweit zum Standard für die Verbindung von Wissenschaft und Tourismus geworden und liefert beinahe jedes Jahr archäologische Sensationen.

„Wichtig ist auch, dass die Region nach der Landesausstellung zu einer Einheit, dem Römerland Carnuntum, zusammengewachsen ist, davon profitieren wir heute noch.“