Autohandel im Bezirk Bruck hält durch. Nicht alle Händler sind gleich stark von den Rückgängen im Verkauf durch die Corona-Krise betroffen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:45)
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Für die Autobranche ist die Corona-Krise eine harte Zeit. Niederösterreichweit brachen die Verkaufszahlen im Vorjahr um gut 22 Prozent ein.

Allerdings ist die Lage bei den einzelnen Automarken durchaus unterschiedlich. Friedrich Richter, Geschäftsführer von Renault Richter in Fischamend, hat durchaus einen Rückgang bei den Autoverkäufen gemerkt. „Die meisten Leute halten jetzt ihr Geld zusammen“, merkt er im NÖN-Gespräch an. Im Moment befinde man sich in Kurzarbeit, wie lange das noch dauern werde, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

  
Statistik Austria; Foto: maradon 333/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

„Das ist abhängig davon, wie sich der Markt erholt“, erklärt Richter. Vor Einführung der NoVA neu, die ab Mitte des Jahres gelten soll, erwartet man sich auch keine große Anzahl an Vorziehkäufen. Es gäbe zwar meist ein paar Kunden, die vorher noch „ein Schnäppchen machen“ wollen, doch das sei „nur vereinzelt der Fall“, wie der Geschäftsführer erklärt. Ob die NoVA neu mehr Personen dazu bewegen werde, sich ein Elektroauto zu kaufen, könne er nicht sagen. Ganz generell dürfte Renault im Bereich der Elektromobilität, insbesondere mit dem beliebten Elektroauto-Modell „Zoe“, aber gut aufgestellt sein, denn Richter betont: „Da haben wir seit Beginn an eine starke Nachfrage, die gehen durchgehend.“

Wenn wir die Monate, in denen wir im Lockdown waren, wegrechnen, haben wir genau so viel verdient wie im Jahr davor.“ Harald Müller, Toyota-Händler in Sarasdorf

Als „nicht ganz so dramatisch“ bezeichnet etwa Günter Bauer vom Autohaus Bauer in Bruck die Situation. Er verkauft mit Skoda die zweitstärkste Marke im Bezirk (siehe Grafik). Und er verweist darauf, dass es bei Skoda mit einem Minus von rund fünf Prozent nicht ganz so schlimm sei, wie etwa bei VW, wo der Rückgang über 40 Prozent betragen habe.

Für Günter Bauer, Chef des Autohauses Bauer in Bruck, ist die Lage „nicht ganz so dramatisch".
Müller

„Der geschlossene Schauraum bewirkt natürlich schon eine gewisse Kaufzurückhaltung, aber wir kompensieren das ganz gut über Online-Verkäufe“, so Bauer. Was die NoVA-Erhöhung angeht, so rechne er auch hier nicht mit großen Folgen für den Pkw-Sektor. „Schlimm wird es für die Lkw, aber die haben wir nicht im Portfolio“, so Bauer. Wer ein PS-starkes Auto kaufen will, sei aber sicher gut beraten, das Fahrzeug angesichts der Lieferzeiten schon jetzt zu bestellen.

Auch Harald Müller, Geschäftsführer von Toyota Müller in Sarasdorf, meint zum Autoverkauf im Vorjahr: „Es war nicht so schlecht. Wenn wir die Monate, in denen wir im Lockdown waren, wegrechnen, haben wir genau so viel verdient wie im Jahr davor.“ Die „richtige Technologie“ von Toyota nennt er als Grund dafür. Der Autohersteller produziert seit mittlerweile 24 Jahren Hybrid-Fahrzeuge. Diese werden sowohl von einem Benzin- als auch von einem Elektromotor angetrieben. Vollhybrid-Modelle laden sich selbst auf.

Die Mehrheit der von Müller im letzten Jahr verkauften Fahrzeuge waren Hybrid-Modelle. „Wir haben mindestens zu 80 Prozent Hybrid verkauft“, hält er fest. Er rechnet damit, dass dieser Trend auch dieses Jahr weiter anhält. „Wenn man Hybrid kauft, kauft man die Zukunft“, ist sich Müller sicher.

Hybrid-Fahrzeuge sind von der Erhöhung der NoVA ausgenommen. Im Gegensatz zu Nutzfahrzeugen. Hier rechnet Müller damit, dass noch einige Fahrzeuge vor Inkrafttreten der neuen Regelung gekauft werden.

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