Bausperre im Kurort soll Zuwachs bremsen. Ein neues Raumordnungsprogramm soll künftig einem verdichteten Wohnbau im Ortskern entgegenwirken.

Von Adalbert Mraz. Erstellt am 03. November 2018 (05:03)
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Der Plan vom Büro „Die Landschaftsplaner.at“ zeigt rot eingerahmt die von der Bausperre betroffenen Bereiche.

Der Kurort ist ein begehrtes Zuzugsgebiet. Das Interesse von Immobilienunternehmen, hier in Großbauten zu investieren, ist groß. Die Kurgemeinde will aber ihren strukturellen Einfamilienhaus-Charakter bewahren und plant deshalb die Änderung des örtlichen Raumordnungsprogrammes.

Es wurde bereits ein Entwurf des Flächenwidmungsplanes erstellt und zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt. Der Amtssachverständige des Landes Karl Skorpil hat darin keine Widersprüche zu den grundsätzlichen Zielen der Raumordnung festgestellt und empfiehlt die geplante Änderung.

Bei der Gemeinderatssitzung wurden nun die Änderung des örtlichen Raumordnungsprogrammes und des Bebauungsplanes einstimmig beschlossen. Die Plandarstellung und die Bebauungsvorschriften liegen nun im Gemeindeamt zur allgemeinen Einsicht auf und sollen nach Ablauf der zweiwöchigen Kundmachungsfrist in Kraft treten.

Zwei Wohneinheiten pro Grundstück

VP-Bürgermeister Franz Pennauer stellte außerdem einen Dringlichkeitsantrag, der auch eine Bausperre vorsieht. Die Bausperre soll sicherstellen, dass keine Bebauung erfolgen kann, die den Zielen des Programmes widersprechen würde.

Aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses wird eine Verdichtung des Baulandes erwartet. Zur Wahrung des strukturellen Charakters und um künftig das Bevölkerungswachstum in einem verträglichen Ausmaß zu gestalten, beabsichtigt die Gemeinde eine Beschränkung auf zwei Wohneinheiten pro Grundstück. Damit sollen die bestehende charakteristische Struktur mit einem hohen Freiflächenanteil und eine harmonische Weiterentwicklung des Ortsbildes gesichert werden. Pennauer dazu: „Durch die Bausperre wird kein absolutes Bauverbot bewirkt. Es sollen dadurch lediglich Bauvorhaben, die den Planungsabsichten der Gemeinde widersprechen, unterbunden werden.“

Die Bausperre wurde mit den Stimmen der Regierungskoalition (VP, SP, FP und „Wir Altenburger“) beschlossen.

Das „Team Altenburg“ enthielt sich der Stimme. Ernest Windholz meinte: „Die Gründe sind nachvollziehbar, es ist aber schon ein massiver Eingriff. Wir haben zwar Verständnis für die Bausperre, aber nicht für die Dringlichkeit.“

Die Regelungen sollen vorerst für zwei Jahre gelten.