Infarkt: Briefträger als Retter in der Not. Postangestellter Wolfgang Hartl hörte verzweifelte Rufe aus Wohnungsfenster und alarmierte sofort die Rettung.

Von Josef Rittler. Erstellt am 04. Mai 2017 (05:01)
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Der 48-jährige Wolfgang Hartl aus Wolfsthal rettete dem Pensionisten mit seinem raschen Handeln das Leben.
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Ein offenes Wohnungsfenster und ein aufmerksamer Briefträger retteten einem akut erkrankten Pensionisten das Leben.

Als der Briefträger Wolfgang Hartl am Donnerstag Poststücke in einem Mehrparteienhaus zustellte, hörte er aus einem Fenster ein leises Wimmern. „Ich bin sofort um die Ecke, jemand rief aus einem Fenster im Erdgeschoß um Hilfe. Ich fragte nach, was denn fehle. Mir ist schlecht, sagte der betagte Wohnungsbesitzer. Seine Frau war einkaufen, er selbst konnte sich nicht mehr viel bewegen. Er bat mich, die Rettung zu rufen.“

Hartl wusste was zu tun ist

Als Feuerwehrmann weiß Hartl über den richtigen Ablauf der Rettungskette natürlich Bescheid. Auch als Postangestellter ist er in Erster Hilfe ausgebildet. „Ich bemerkte, dass der Mann kurzatmiger wurde und über Brustschmerzen klagte, da dachte ich, er hätte einen Herzinfarkt erlitten“, schildert Hartl. Die Tür war abgesperrt, doch ein Rettungssanitäter, der zufälligerweise im selben Haus wohnt, stieg durch das Fenster in die Wohnung und leistete bis zum Eintreffen der Rettung, die ihrerseits sofort einen Notarzt nachalarmierte, Erste Hilfe.

Dieser wurde von einer von Hartl dazu eingeteilten Passantin eingewiesen und veranlasste die Überstellung des Kranken mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus, wo tatsächlich festgestellt wurde, dass der Mann einen Hinterwandinfarkt erlitten hatte. „Es war ein Glück, dass das Fenster offen stand, sonst hätte ich nichts gehört“, so Hartl.