Kein Weg in die Sport-Mittelschule. Bad Deutsch Altenburger darf nicht nach Schwechat. Zuständige Schule im Marchfeld ist mit Öffis aber nicht erreichbar.

Von Adalbert Mraz. Erstellt am 04. Mai 2017 (05:33)
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Die Schwechater Neue Mittelschule mit Schwerpunkt Sport wäre für den Schüler deutlich einfacher zu erreichen. Darüber hinaus befindet sie sich seit Jänner auch im gleichen politischen Verwaltungsbezirk.
NOEN, Burggraf

Seit Jahren wird an der Reform des Bildungssystems und an der Organisation des Schul-Verwaltungssystems unermüdlich gearbeitet. Über die Ergebnisse wird nach wie vor ausgiebig diskutiert.

Klar geregelt ist, dass öffentliche Pflichtschulen einem bestimmten Sprengel zugeordnet werden (siehe Infobox).

Diese Bestimmungen beschäftigen derzeit Martin Konwalinka aus Bad Deutsch Altenburg. Sein Sohn würde gerne die Neue Mittelschule mit Schwerpunkt Sport in Schwechat besuchen. Die Aufnahmeprüfung hat er bestanden, der Besuch der Schule wäre somit möglich. Tatsächlich ist der Besuch der Schule aber nur dann möglich, wenn die Familie für den Schulbeitrag in Schwechat aufkommt. Die angestrebte Schule liegt nämlich nicht im Schulsprengel von Bad Deutsch Altenburg und die Marktgemeinde möchte den Beitrag nicht leisten, da dieser mit 1.900 Euro pro Jahr höher ist als jener der zugeordneten Sprengelschule (1.450 Euro).

Praktisch nicht erreichbar

Die dem Sprengel zugeordnete Neue Mittelschule für Sport liegt aber in Leopoldsdorf im Marchfeld. Diese ist zwar nur 28 Kilometer vom Kurort entfernt, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Schulzeiten aber praktisch nicht erreichbar. Die nächstgelegene Neue Mittelschule mit Schwerpunkt Sport ist jene in Schwechat. Sie ist 38 Kilometer entfernt und mit der S 7 bequem erreichbar, befindet sich aber nicht im zuständigen Schulsprengel.

SP-Bürgermeister Hans Wallowitsch dazu: „Wir haben als Gemeinde heuer für die Pflichtschulen insgesamt einen Kostenbeitrag in der Höhe von 233.700 Euro zu entrichten, rund ein Drittel davon entfällt auf die Neue Mittelschule. Wenn wir außerhalb der Norm zu leistende Beiträge zur Regel werden lassen, würde das die Quote und das Budget zusätzlich belasten.“

Martin Konwalinka, der Vater des betroffenen Schülers, fühlt sich durch die Entscheidung der Gemeinde benachteiligt. Er beteuert, dass andere Gemeinden auch eine Lösung gefunden hätten und wirft dem Bürgermeister „Willkür“ vor. Wallowitsch weist den Vorwurf jedoch heftig zurück und begründet seine Entscheidung: „Wir haben eine einheitliche Vorgehensweise. Und es liegt derzeit nicht auf der Linie der Gemeindeführung, außerhalb des Schulsprengels Beiträge in diese Richtung zu leisten.“ Er werde aber bei den zuständigen Stellen intervenieren und fordern, dass rasch eine bessere Regelung betreffend der Sprengelschule für Sport geschaffen werden solle.

Eine politische Entscheidung

Pflichtschulinspektorin Beate Bauer-Wolf bestätigt, dass die Neue Mittelschule Leopoldsdorf im Marchfeld die zuständige Ausbildungsstätte im Bereich Sport für den Schulsprengel Bad Deutsch Altenburg ist.

Warum das so ist? „Die Entscheidung über die Festlegung eines Schulsprengels ist eine politische. Warum in dem Fall gerade diese Schule den Status erhalten hat, entzieht sich meiner Kenntnis.“

Martin Konwalinka schaltete Gemeinderat Hermann Terscinar vom Team Altenburg dazu, der meinte: „Man darf einem Kind eine adäquate Ausbildung nicht verwehren. Wir werden uns für eine akzeptable Lösung einsetzen.“ Konwalinka gibt sich kämpferisch und will alle zur Verfügung stehenden Mittel aufgreifen, um seinem Sohn die angestrebte Ausbildung zu ermöglichen.

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