Römer modern dargestellt: Ausstellung wird neu

Im Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg soll die Präsentation der römischen Funde aus Carnuntum komplett überarbeitet werden.

Josef Rittler
Josef Rittler Erstellt am 29. August 2021 | 05:22
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Das Museum Carnuntinum beherbergt die bedeutendste Sammlung römischer Altertümer in Österreich.
Foto: Josef Rittler

Das Museum Carnuntinum verfügt mit mehr als zwei Millionen Fundstücken über die weitaus größte Sammlung von Fundstücken aus der Römerzeit in Österreich. Es ist Teil der Römerstadt Carnuntum, in den letzten Jahren wurde die Welt der Antike in wechselnden Sonderausstellungen gezeigt. Nun soll das Konzept des Museums grundlegend überarbeitet werden.

Siebzehn Jahre Themenausstellungen

„Siebzehn Jahre lang haben wir thematische Ausstellungen im Museum präsentiert, jetzt wollen wir zurück zum Ursprung, als das Haus eine Heimstatt für die Funde aus Carnuntum sein sollte“, berichtet Markus Wachter, Geschäftsführer der Römerstadt Carnuntum.

Das Gebäude im Stil einer römischen Landvilla wurde von den Architekten Friedrich Ohmann und August Kirstein im Stil einer römischen Landvilla gebaut und 1904 durch Kaiser Franz Joseph eröffnet. Finanziert wurde der Bau durch die 1885 gegründete Gesellschaft der Freunde Carnuntums.

Ihre Gründung im Jahr 1885 legte den Grundstein für die Erforschung der antiken Donaumetropole und ihres Umfeldes. Als einer der ältesten Vereine dieser Art in Österreich ist es das nach wie vor das erklärte Ziel der Gesellschaft, die archäologische Forschung in Carnuntum zu fördern und die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu den Förderern und Stiftern zählten weiters Mitglieder des Kaiserhauses und des Adels, aber auch zahlreiche Wissenschaftler und zahlungskräftige Vertreter der Wirtschaft. 

Museum ist ab 30. September geschlossen

Es sei laut Wachter die „große Vision“, im nächsten Jahr die Darstellung des römischen Erbes für das 21. Jahrhundert zu interpretieren. „Das Museum wird daher heuer früher geschlossen, und zwar am 30. September, während die anderen Standorte bis 14. November offenhalten“, erklärt Wachter. Wer also die laufende Themen-Ausstellung „Der Adler Roms - Carnuntum und die Armee der Cäsaren“ sehen wolle, hätte nur noch gut einen Monat Zeit.

Die Schau fasst die aktuellen Forschungsergebnisse zu den militärischen Anlagen wie dem Legionslager und die Siedlungsentwicklung von Carnuntum zusammen. Weiters widmet sich die Ausstellung dem Alltag in der römischen Armee, damals das am fortschrittlichsten organisierte Heer der Welt.

Vorgestellt wird unter anderem die Herkunft der Soldaten, ihre militärische Laufbahn, ihre Ausrüstung und ihre Aufgaben auch abseits des Kampfeinsatzes. Persönliche Einblicke in Karrieren und Lebensschicksale von römischen Soldaten geben Originalfunde aus Carnuntum.  Höhepunkte sind das weltweit am besten erhaltene Cornu, ein Blechblasinstrument, das zur Übertragung von Kommandos eingesetzt wurde, sowie vollständig erhaltene Helme.