Skurrile Posse um neue Dachrinne

Erstellt am 18. Oktober 2018 | 04:16
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Der Karner zeigt sich bereits mit einem neuen Dach, aber wieder ohne Dachrinne.
Foto: Mraz
Das Dach des Karners ist eingedeckt. Die neue Dachrinne wurde entfernt und wird um den Kupferpreis verkauft.
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Die Sanierung des Karners wurde mit der Neueindeckung des Daches und der Montage einer Dachrinne begonnen, wie es Universitätsprofessorin Susanne Sandner empfohlen hatte. Das Thema Dachrinne bekam allerdings eine eigene Dynamik.

Die Dachrinne sollte das abfließende Wasser von den Mauern fernhalten. Dazu wären auch Ableitungen in entsprechender Tiefe in den Boden zu verlegen gewesen. Das führte laut Gemeindeführung zu Diskussionen mit dem Bundesdenkmalamt, das negative Auswirkungen der Dachrinne auf die Optik des Karners befürchtet habe.

Außerdem habe es darauf hingewiesen, dass bei Grabungen in diesem Bereich eine archäologische Begleitung und Befundung notwendig sei. Das Bundesdenkmalamt habe vermutet, dass rund um den Karner sogenannte „Traufenkinder“ begraben sein oder sogar noch Reste aus der Römerzeit zu finden sein könnten.

"Die Ableitung des Regenwassers war bei dem Projekt immer ein Thema"

„Die Verlegung der Abflussrohre hätte die Gesamtkosten um mindestens 20.000 Euro erhöht. Die weiterführenden Kosten wären nicht abschätzbar“, sagt Bürgermeister Franz Pennauer (VP). Daher entschied man sich, die bereits installierte Dachrinne wieder abzumontieren. „Die Ableitung des Regenwassers war bei dem Projekt immer ein Thema. Die jetzige Lösung ist die einfachste, die Dachrinne wird um den Kupferpreis verkauft“, sagt Vizebürgermeister Hans Wallowitsch (SP).

Martin Krenn vom Bundesdenkmalamt betont: „Es war nicht unsere Entscheidung, die Dachrinne abzumontieren. Aber diese hat schon sehr wuchtig gewirkt. Vielleicht war hier die Archäologie ein guter Grund, es so nicht zu machen.“

Jetzt wird um den Karner in 30 Zentimetern Tiefe ein Lehmsockel gebaut, der das Regenwasser vom Mauerwerk wegleiten soll.

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