Staubbelastung: „Stehen mit dem Rücken zu Wand“. Durchschnittswerte innerhalb der Toleranzgrenze. Die Messungen ergaben insgesamt einen Anstieg der Belastung.

Von Adalbert Mraz. Erstellt am 30. Januar 2019 (05:20)
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Der Steinbruch bringt für die Anrainer eine zum Teil hohe Staubbelastung mit sich. Gemeinde und Bürgerinitiative wollen nun mit der Behörde über weiteres Vorgehen beraten.

Bewohner der Marktgemeinde nahe dem Steinbruch leiden unter enormer Staubbelastung. Sie schlossen sich zu der Bürgerinitiative „StaubFREILEBEN“ zusammen, um gemeinsam mit der Gemeinde im Dialog mit dem Steinbruchbetreiber Rohrdorfer Lösungen für ihre Situation zu finden. Die Gemeinde gab der Firma MAPAG, einer staatlich akkreditierten Prüfstelle für Umweltanalytik, den Auftrag, Staubniederschlagsmessungen durchzuführen. Jetzt ist der Bericht fertig und die Gemeinde gewährt einen Einblick in die Ergebnisse.

Im Zeitraum von Juni bis November wurden an sechs verschiedenen Stellen – verteilt über das gesamte Gemeindegebiet – Messungen nach dem sogenannten Bergerhoff-Verfahren durchgeführt. Zur Beweissicherung der durch die Arbeiten im Steinbruch verursachten Staubbelastung wurde in monatlichen Intervallen die Menge des Fallstaubes bei den einzelnen Messstellen von der Firma dokumentiert.

Es muss auch wegen der gesundheitlichen Aspekte endlich Bewegung in die Sache kommen.“ Manfred Gaischt, Bürgerinitiative

Bei der Messstelle „Hainburgerstraße/Dr. Sommerweg“, die im Nahbereich des Steinbruchs liegt, wurde der Grenzwert von 0,21 g/m²d (Gramm pro m² am Tag) nach dem Immissionsschutzgesetz-Luft im Juni und August mit 0,58 und 0,42 deutlich überschritten. Bei drei anderen Messstellen liegen im Juli und September Überschreitungen bis 0,26 vor, bei zwei liegen nie Überschreitungen vor. In den Messmonaten Oktober und November kam es zu keinen Überschreitungen der Grenzwerte.

„Nimmt man die Werte aller Messstellen über den gesamten Zeitraum her, ergibt das einen Durchschnittswert von 0,17. Das liegt zwar innerhalb der Toleranzgrenze, gegenüber den Messungen vom Jahr 2003 (0,13) ist der Wert aber doch um 30 Prozent höher“, erklärt VP-Bürgermeister Franz Pennauer und fügt an: „Trotz ständiger Kontakte mit der Firma Rohrdorfer habe ich das Gefühl, wir stehen mit dem Rücken zur Wand.“ Er hat den Bericht an die Bezirkshauptmannschaft übermittelt und wird mit der Behörde und dem Steinbruchbetreiber das Gespräch suchen.

Für Hannes Schipany von der Bürgerinitiative decken sich die Messungen zeitmäßig mit seinen persönlichen Aufzeichnungen und Fotodokumentationen der Staubentwicklung. Andreas Prangl von der Bürgerinitiative meint, dass Durchschnittswerte allein nichts über die tatsächliche Belastung an einzelnen Tagen aussagen. Und Manfred Gaischt von der Bürgerinitiative betont: „Es ist zwar nur ein Teil der Gemeinde von der extremen Staubbelastung betroffen, aber trotzdem muss auch wegen der gesundheitlichen Aspekte endlich Bewegung in die Sache kommen.“ Auch die Bürgerinitiative will nun die Behörde konsultieren und die nächsten Schritte überlegen.