Steine-Attacke auf Hühner: „Hoffentlich nur dummer Streich“

Erstellt am 22. Juni 2022 | 05:17
Lesezeit: 3 Min
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Entsetzt vergleicht Nina Hofstädter das Wurfgeschoß mit einem Huhn. Ein direkter Treffer hätte das Tier getötet oder lebensgefährlich verletzt.
Foto: privat
Unbekannte warfen mit kiloschweren Steinen nach Hühnern im Freigehege des Geflügeltierheims in Bad Deutsch-Altenburg.
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Unbekannte haben zu Fronleichnam mit großen Steinen nach Hühnern im Freigehege des Geflügeltierheims geworfen. „Wir waren schockiert, als wir zwölf bis zu vier Kilogramm schwere Steine im Auslauf gefunden haben, die jemand über den zwei Meter hohen Zaun geworfen hat. Wer macht sowas? Wir wollen uns nicht vorstellen, dass man bewusst ein Tier verletzen oder töten möchte, und hoffen auf einen dummen Streich“, sagt Nina Hofstädter entsetzt.

Sie ist Obfrau des Vereins „Rette dein Huhn“ und Leiterin des „1. Österreichischen Hühnertierheims“. Nur durch ein Wunder habe es keine verletzten oder toten Tiere gegeben. „Wir würden gerne den Steinwerfern erklären, was passiert wäre, wenn sie getroffen hätten. Hühner sind Lebewesen, die fühlen, Schmerzen haben und nebenbei intelligent und lustig sind.“

Zeugen werden gesucht

Sollte jemand zu Fronleichnam am Nachmittag oder Abend etwas gesehen haben, möge er sich bitte melden. „Die bestehende Videoüberwachung wird weiter ausgebaut um solche Vorfälle zu verhindern“, sagt Nina Hofstädter,

Das Tierheim wurde vor kurzem mit dem Tierschutzpreis der Forster-Steinberg Stiftung für seine Arbeit ausgezeichnet. Hier finden ausgesetzte Hühner, behördlich beschlagnahmte Tiere aus schlechter Haltung und Tiere, die durch den Tod des Besitzers oder die Änderung der Lebensumstände ihr Zuhause verlieren, einen neuen Platz zum Leben.

„Gerade wird die Problematik des Aussetzens wieder immer aktueller. Nicht nur vor dem Urlaub werden Tiere ausgesetzt, sondern auch das unüberlegte Brüten, und Hähne, die den Nachbarn zu laut sind, machen uns zu schaffen“, erklärt Hofstädter. Wir können gar nicht mehr alle Hähne direkt bei uns aufnehmen, sondern müssen auf Pflegestellen ausweichen. Für die absoluten Notfälle adaptieren wir gerade drei Volieren, die einen Sichtschutz zueinander bekommen um Streitereien unter den Hähnen zu vermeiden.“

Es sei schön, dass so viele Leute nun Pandemie- und Krisen-bedingt Hühner halten möchten, aber: „Es sollte gut überlegt sein, denn man übernimmt die Verantwortung für Lebewesen und auch Hühner brauchen Betreuung. Oft mehr als eine Katze.“

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