Verein rettet wieder 1.400 Legehühner. Nina Hofstädter hat mit ihren Mitstreiterinnen in den letzten fünf Jahren unzähligen Tieren ein neues Zuhause vermittelt.

Von Josef Rittler. Erstellt am 23. Juli 2020 (05:32)
Nina Hofstädter kümmert sich im einzigen offiziellen Geflügeltierheim Öst-erreichs um Hühner, Enten und Gänse.
Rittler

„Vor acht Jahren habe ich das erste Mal einen Blick hinter die Kulissen der Eierindustrie geworfen und mir gedacht, das kann so nicht richtig sein“, berichtet Nina Hofstädter, Marketing-Assistentin aus Hundsheim. „Die Legehennen werden nämlich spätestens nach sechzehn Monaten ,ausgestallt‘, weil ihre Legeleistung im Vergleich zum Futterverbrauch nachlässt.“ Um die Hühner vor dem Schlachten zu bewahren, werden sie von Hofstädter und ihren Mitstreiterinnen Doris Ziliachovinos und Elisabeth Bendl vom Verein „Rette dein Huhn“ abgeholt und auf geeignete Plätze vermittelt. „Wir geben den Tieren durch unsere Vermittlung eine Chance auf ein artgerechtes Leben in Freiheit und ohne Zwang“, führt Hofstädter aus.

Der Verein wurde vor fünf Jahren gegründet, um die Rettungsaktionen auf eine organisatorische Basis zu stellen. Seit drei Jahren gibt es außerdem „Pipiland“ in Bad Deutsch Altenburg, das einzige offizielle Geflügel-Tierheim in Österreich. „Hier finden Hühner, aber auch anderes Geflügel vorübergehend Unterschlupf, wenn sie nicht gleich vermittelt werden können.“ Derzeit leben 174 ältere Hühner, drei Enten und sieben Gänse auf dem weitläufigen Gelände. Die älteste Bewohnerin ist die neunjährige Henne „Arabella“ aus den Beständen von „Toni´s Freilandeier“.

Die Corona-Krise hat auch „Pipiland“ getroffen. „Wir werden mit 1.000 Euro für Futter- und Tierarztkosten unterstützt, sonst finanzieren wir uns ausschließlich durch Spenden und Eigenleistung“, berichtet Hofstädter.

Nächstes Projekt ist die Vermittlung von 1.400 Legehennen auf neue Plätze, 1.000 davon sind schon vergeben. „Übrigens: Wer bei uns im Verein mitmachen möchte, ist gern gesehen“.

www.rettedeinhuhn.at/