Winzer erbost: Diebe stehlen Weinblätter. Illegale Pflücker plündern Weingärten und stehlen Blätter von den Rebstöcken. Massive Schäden für Weinproduktion.

Von Adalbert Mraz. Erstellt am 01. August 2018 (06:08)
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Die Weintrauben sind ohne Blätter der prallen Sonne ausgesetzt und trocknen aus.

Seit einiger Zeit suchen ungebetene Gäste viele Weinrieden in der Region auf, um Blätter von den Weinstöcken zu pflücken. Weinblätter – etwa mit Fleisch, Gewürzen, Nüssen oder Reis gefüllt – gelten unter anderem in der orientalischen sowie in der mittel- und osteuropäischen Küche als besondere Spezialität. Deshalb werden sie für diverse Gerichte offenbar auch illegal aus Weingärten besorgt.

Ein Diebstahlopfer ist der Winzer Thomas Perger aus Bad Deutsch Altenburg. Er erzählt erbost: „In den letzten Tagen wurden in meinen Weingärten auf einer Fläche von einem dreiviertel Hektar die Weinblätter abgerissen und die Trauben hängen nun frei.“

"Wenn die Blätter fehlen, entsteht der gefürchtete Sonnenbrand"

Die Weinkulturen würden im Moment den Höhepunkt der letzten Reife erleben und da sollte ein optimales Umfeld für die Trauben gegeben sein. Dazu zählt neben Wärme und Feuchtigkeit auch die ausreichende Beschattung der Trauben.

„Wenn die Blätter fehlen, entsteht der gefürchtete Sonnenbrand. Die Beeren werden runzelig, trocknen aus und die Ernte fällt auch geringer aus“, so der Winzer, der dadurch schwere Schäden für die Weinproduktion befürchtet. Seit Perger die Plünderung der Blätter festgestellt hat, legt er sich auf die Lauer, um die Diebe zu stellen – bisher ohne Erfolg. Er befürchtet, dass auch andere Rieden „gerupft“ werden könnten. Weinblätter sind eine begehrte Ware, immerhin erzielen sie auf dem Markt einen Preis von mehr als zehn Euro pro Kilogramm.