Grenzübergang gesperrt: Nur Pendler dürfen durch. Slowakische Polizei führt strenge Einreise-Kontrollen durch.

Von Adalbert Mraz und Susanne Müller. Erstellt am 17. März 2020 (13:02)
Auch für Fußgänger und Radfahrer am Damm ist das Passieren der Grenze untersagt.
Mraz

Ein völlig ungewohntes Bild zeigt sich dieser Tage am Grenzübergang in Berg, wo sich die NÖN ein Bild von der Lage machte. Kein Verkehr, kaum Bewegung. Nur einige wenige Autos wollen die Grenze passieren. Sie werden allesamt von der mit Mundschutz ausgerüsteten Polizei zur Seite gewunken und kontrolliert. Die Straße ist ebenso gesperrt wie der Radweg am Damm.

Am Damm war jedoch eine Vielzahl von slowakischen Fußgängern zu sehen, die mit Reisegepäck unterwegs waren. Sie berichteten, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr nach Hause gekommen seien. Schließlich ist der Bahnverkehr in die benachbarte Slowakei seit Freitag eingestellt. Sie nahmen daher die Bahn bis Wolfsthal und entschieden sich von dort für den Fußweg, um in die Heimat zu kommen. Die Polizei führt jedoch sowohl bei Autofahrern als auch Fußgängern strenge Kontrollen durch, nur slowakische Staatsangehörige dürfen die Grenze passieren.

Personen mit anderer Nationalität werden zurückgewiesen. Auch von den slowakischen Bürgern wird der Grund der Reisebewegung abgefragt. Wenn eine berufliche Beschäftigung in Österreich nachgewiesen werden kann, ist die Aus- und Einreise erlaubt. Umgekehrt verhält es sich bei slowakischen Staatsbürgern, die in Österreich einen Wohnsitz haben und in ihr Heimatland einreisen wollen. Diese müssen einen Nachweis erbringen, dass sie in der Slowakei ihren Beruf ausüben.

Betroffene Pendler schildern Situation

Martin Varga wohnt in Wolfsthal, hat ein Büro in Bratislava und muss somit aus beruflichen Gründen dorthin. Er erzählt der NÖN: „Ich muss nicht unbedingt jeden Tag über die Grenze, das letzte Mal pendelte ich am Freitagvormittag nach Bratislava. Ich wurde von der Polizei zur Seite gewunken, angehalten und befragt. Nachdem ich nachweisen konnte, dass ich in der Slowakei zu arbeiten habe, durfte ich weiterfahren. Auch die Rückreise am Nachmittag verlief problemlos. Auf österreichischer Seite gab es keine Kontrolle.“

Den umgekehrten Weg nimmt regelmäßig Jana Hambalkova. Sie arbeitet im Landesklinikum Hainburg, wohnt aber in Bratislava. „Ich benutzte bei der Heimreise den Grenzübergang Kittsee und wurde von zwei Polizisten kontrolliert. Mit meiner Bestätigung über die Beschäftigung im Landesklinikum Hainburg, das sich im Umkreis von 30 Kilometer befindet, konnte ich passieren. Ich wurde aber darauf aufmerksam gemacht, nur den Weg von der Arbeitsstelle zur Wohnung zu nehmen und keine anderen Reisebewegungen durchzuführen“, schildert Hambalkova.