Schlepper vor Gericht: Langer Weg zur Wahrheit

Erstellt am 29. Juli 2022 | 04:56
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Foto: igorstevanovic/Shutterstock.com
Ein Schlepper ging der Polizei in Berg ins Netz. Erst vor Gericht rückte er mit dem Hergang der Ereignisse heraus.
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Am Grenzübergang Berg war am 12. Mai dieses Jahres für einen 40-jährigen Usbeken Schluss. Die Polizeibeamten verhafteten ihn wegen Schlepperei. In seinem Auto befanden sich drei Syrer und ein Tunesier ohne Papiere und ohne gültigem Aufenthaltsstatus.

Bisher erzählte er den Behörden die Geschichte einer Reifenpanne der Gruppe und dass er gebeten worden sei, die vier Personen zu übernehmen, was er natürlich aus lauter Herzensgüte getan habe. Vor Richterin Monika Zbiral am Landesgericht Korneuburg kündigte der 40-Jährige an, sich geständig zu verhalten. Was dann von ihm an Aussagen kam, stellte Zbiral aber keineswegs zufrieden.

In Prag, wo er vor seiner Verhaftung wohnte, sei er auch als Uber-Fahrer tätig und er hätte den Auftrag erhalten, die vier Flüchtlinge nach Österreich zu fahren. Ob denn ein Beförderungsentgelt vereinbart wurde, fragte Zbiral: „Nein, ich hab überhaupt nicht mit denen gesprochen.“

Wenn er so weitermache, sei es sehr „leicht, ihm nicht zu glauben“, so die Richterin. Sie stellte ihm noch das Strafmaß von bis zu fünf Jahre in Aussicht, bei dem ihm auch seine Unbescholtenheit in Österreich nicht viel helfen würde. Dann endlich gab sich der Mann einen Ruck und packte aus. Er beschrieb die übliche Vorgangsweise einer Schlepperei. Geld habe er keines gesehen, weil die Schleppung ja nicht erfolgreich war.

Das Urteil lautete schließlich auf 15 Monate Freiheitsstrafe, wobei er fünf davon tatsächlich verbüßen muss.

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