Gemeindetrennung: „Von Anfang an nicht harmonisch“. Wolfsthal und Berg wurden 1971 vereint und gehen seit 1997 wieder ihre eigenen Wege.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. April 2021 (05:12)
Die Gemeinden Wolfsthal und Berg konnten mit der Zusammenlegung nicht leben. Sie haben sich 1997 wieder getrennt.
Rittler

Unter keinem glücklichen Stern stand der Zusammenschluss der Gemeinden Berg und Wolfsthal. „Obwohl alles gerecht verteilt war, war das Zusammenleben von Anfang an nicht harmonisch“, erzählt Georg Hartl, der ehemalige Bürgermeister von Berg (SPÖ). Die Mentalitäten der beiden Gemeinden seien zu verschieden: „Wir haben nie richtig miteinander gekonnt und wollten wieder auseinander.“ Bürgermeister Ferdinand Eisenbarth (SPÖ), als Ortschef von Berg 1972 auch zum Oberhaupt der Gemeinde Wolfsthal-Berg gewählt, hätte die Ortschaften zusammengehalten, aber es sei immer wieder die Auflösung der „Zwangsehe“ gefordert worden. „Es wurde jahrelang diskutiert, bis ein Grundsatzbeschluss für die Trennung im Gemeinderat gefasst worden ist. Ich habe ein genaues Konzept erarbeitet, eine Güterteilung bis zur Büroeinrichtung“, erzählt Hartl.

Das Land gab schließlich grünes Licht für die Trennung. Jetzt sei das alte Feindbild weggefallen, die Gemeinden hätten einen guten Draht zueinander  „Wir haben eine gute sachliche Zusammenarbeit“, sagt Bergs Bürgermeister Andreas Hammer (SPÖ).  „Wir gehen jeder unseren eigenen Weg und pflegen gute Nachbarschaft“, meint auch Wolfsthals Bürgermeister Gerhard Schödinger (ÖVP).