Andrang überschaubar: Kinder-Betreuung funktioniert gut. Nur wenige Kinder müssen in Kindergärten und Schulen betreut werden.

Von Otto Havelka, Susanne Müller und Gerald Burggraf. Erstellt am 18. März 2020 (04:08)
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Im Schwechater Gymnasium wurden am Montag drei Schüler betreut.
Gerald Burggraf

Gespannt wartete man am Montag, wie viele Kinder in die Volksschule Himberg kommen würden. Laut Direktorin Astrid Bauer waren es zwölf von 321 Schülern. Prognosen wolle sie aber keine stellen: „Vielleicht sind es in ein paar Tagen auch viel mehr.“

Trotz Schülerschwund in den Klassen sind die Lehrer aber voll im Einsatz. Sie müssen Unterrichtsmaterial erstellen, das den Schülern in den nächsten Wochen zugestellt wird.

 Ich war überrascht, dass es in den Schulen und Kindergärten viel besser lief als erwartet.“ Brucks SP-Bürgermeister Gerhard Weil

 Seit Montag definitiv geschlossen ist die Polytechnische Schule Himberg. Wenn möglich, werden Schüler per E-Mail mit Lernunterlagen versorgt. Schüler, die nicht per Mail erreichbar sind, werden vom Klassenvorstand telefonisch betreut und gegebenenfalls mit Fotos von Aufgabenblättern versorgt. „Ein Handy haben alle Schüler“, weiß Poly-Direktor Hannes Hofer.

„Wir stehen vor einer großen Wolke, wenn es um die Beurteilung der Schüler geht“, gesteht Hofer. „Die Schüler brauchen ein Abschlusszeugnis, mit dem sie sich um Jobs bewerben können.“ Aufgrund der Corona-Krise solle aber niemandem ein Nachteil erwachsen.

In der Bezirkshauptstadt Bruck war man am Montag „überrascht, dass es in den Schulen und Kindergärten viel besser lief als erwartet“, zeigte sich SP-Bürgermeister Gerhard Weil erfreut, dass die Bevölkerung die Einschränkungen offenbar ernst nehme. Von den normalerweise 14 Kindergarten-Gruppen der Stadt mussten am Montag nur neun Kinder betreut werden.

In den Schulen sah es ähnlich aus. Insgesamt kamen etwa 15 Kinder in die beiden Volksschulen, in den beiden Neuen Mittelschulen waren es 16 von normal über 500 Schülern.

In Schwechat, der größten Gemeinde des Bezirks, mussten am Montag rund 90 Kinder in Kindergärten und Volksschulen betreut werden. Im Gymnasium fiel die Zahl der zu betreuenden Unterstufenschüler hingegen mit drei Jugendlichen mehr als überschaubar aus. Normalerweise besuchen rund 740 Schüler die Schwechater AHS. Direktor Heinz Lettner glaubt aber, dass sich der „Bedarf im Laufe der Zeit erhöhen könnte“.

Aktuell kümmern sich drei Lehrer, die sich alle zwei Stunden ablösen, um die Jugendlichen. Über Messengerdienste wie Microsoft Teams oder der Lernplattform Moodle stehen die Klassenvorstände und Lehrer in den Schularbeitsfächern mit ihren Schülern in Kontakt. Dort werden Informationen ausgetauscht, Aufgaben erledigt und sogar Referate über Skype gehalten.