Auslaufmodell Schulskikurs? „Ein wertvolles Erlebnis“. Im Bezirk Bruck finden die Skikurse nach wie vor statt – und werden kräftig unterstützt.

Von Stefanie Cajka, Otto Havelka, Adalbert Mraz und Susanne Müller. Erstellt am 15. Januar 2020 (05:00)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Im Bezirk erfreut sich der Schulskikurs großteils nach wie vor großer Beliebtheit. Im Brucker Gymnasium etwa erfüllt man bereits zum Teil die Vorgaben der neuen Bundesregierung. In der Unterstufe werden hier zwei Sportwochen abgehalten, in der zweiten Klasse ist das ein immer ein Skikurs.

„Die Schüler fahren dabei auch fast zu 100 Prozent mit und das mit großer Begeisterung“, erzählt Sabine Puchinger, Direktorin des Brucker Gymnasiums und selbst Sportlehrerin. Aus ihrer Erfahrung sei der Schulskikurs schon alleine deshalb wertvoll, weil immer weniger Kinder in dem Alter schon Skifahren können. „Wir haben immer sehr viele Schüler im Anfänger-Unterricht. Nach einer Woche können sie dann aber schon gut einen Hang runterfahren“, so Puchinger, die das Angebot für wichtig hält: „Es ist ja doch ein Kultursport in Österreich.“

Sabine Puchinger, Direktorin des Brucker Gymnasiums, hält die Skikurse für wichtig.
Müller

Finanzielles Problem sei der Skikurs im Gymnasium insofern keines, als es dabei große Unterstützung des Elternvereins gebe und man auch beim Land um Förderung ansuchen könne. „Wir können Härtefälle somit immer alle entkräften“, erzählt Puchinger, dass zum Teil auch Skikleidung zusammengetragen werde. „Wir tun alles dafür, dass die Kinder mitfahren, weil es ein schönes Gemeinschaftserlebnis ist und weil es auch wertvoll ist, wenn Kinder Skifahren lernen.“

Dass der finanzielle Aspekt der Skikurse kein Hinderungsgrund ist, dafür sorgen mehrere Vereine im Bezirk. Der Lions-Club Hainburg kennt die Problematik, dass viele Kinder aus finanziellen Gründen nicht an Skikursen teilnehmen könnten. Seit mehr als 30 Jahren wird mit der Neuen Mittelschule in Hainburg deshalb zusammengearbeitet. „Die Direktion ersucht uns jährlich um finanzielle Unterstützung, damit auch Kindern mittelloser Eltern die Teilnahme an Skikursen ermöglicht werden kann. Ich denke, dass wir in all den Jahren für diesen Zweck eine fünfstellige Summe aufgebracht haben“, berichtet Ewald Frühauf, der Schatzmeister des Lions-Clubs.

Um allen Kindern den Schul-Skikurs zu ermöglichen, greift auch der Elternverein der NMS Himberg in die Vereinskasse. Eltern, die sich den Skikurs ihrer Kinder nicht leisten können, haben die Möglichkeit, in der Schule ein Antragsformular auf Unterstützung auszufüllen. Dieses wird dann an den Elternverein weitergeleitet und dieser berät dann über einen individuellen Zuschuss, erklärt Elternvereinsobfrau Susanne Matzek.

Zum Teil unterstützen auch Gemeinden in solchen Fällen. In Fischamend gibt es laut Bürgermeister Thomas Ram (Liste RAM) generell eine Förderung für sozial schwache Familien, um den Kindern die Teilnahme an Schulveranstaltungen zu ermöglichen. Die diesbezüglichen Richtlinien orientieren sich dabei am Einkommen der Eltern. „Wir finden es wichtig, dass sich jedes Schulkind das leisten kann und keines ausgeschlossen wird. Uns ist wichtig, dass alle Kinder mitfahren können“, betont Ram.

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