Blackout: Jeder kann vorsorgen

Behörde, Einsatzorganisationen und Zivilschutzverband im Bezirk Bruck sind auf den Ernstfall vorbereitet. Private sollten Vorräte anlegen.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:59
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Foto: privat

Was tun, wenn das Licht ausgeht – und damit auch die Stromversorgung für so gut wie alles, was man heutzutage braucht? Im Fall eines Blackouts laufen – wie bei jedem anderen Katastrophenfall – die Fäden bei der Bezirkshauptmannschaft zusammen. Dort gibt es einen Alarmplan für einen Blackout-Fall.

„Es kommt wie bei jeder Schadenslage ein Katastrophenstab zusammen. Die Einsatzorganisationen sind dabei mit Verbindungsoffizieren bei uns im Haus vertreten. So bleibt auch die Kommunikation mit ihnen aufrecht“, erklärt Bezirkshauptmann-Stellvertreter Dominik Lappel, dass die Bezirkshauptmannschaft mit einem Notstromaggregat versorgt werden kann und somit „auf jeden Fall handlungsfähig“ bleibt.

Ein Einfamilienhaus verfügt meist nicht über eine derartige Infrastruktur. Es krisenfest zu machen, kostet zwischen 60.000 und 100.000 Euro. Doch so viel Aufwand sei gar nicht dringend notwendig.

Medikamente, Lebensmittel, Zahnpasta, Bargeld und vor allem Wasser

„Jeder einzelne kann etwas zu Hause haben, das kostet nicht viel. Für den Endverbraucher ist es ein Nullsummenspiel“, sagt Zivilschutzbeauftragter Arno Berr. Wichtige Produkte wie Medikamente, Lebensmittel, Zahnpasta, Bargeld und vor allem Wasser könne man einfach zu Hause lagern. 

Im Falle eines Blackouts würden nämlich unter anderem Supermärkte schließen, Geldautomaten und Telefonmasten nicht mehr funktionieren.  „Ein Blackout muss überhaupt nicht sein, aber die Gefahr, dass ich das erlebe, ist wahrscheinlich“, schätzt Berr das Risiko ein.

Aufgabe des NÖ Zivilschutzverbandes ist es, die Bevölkerung für dieses Risiko zu sensibilisieren. Daher hat Berr erst letzte Woche einen Vortrag in Sommerein gehalten. Für Mario Scholle, FPÖ Gemeinderat in Höflein, ist ein großflächiger Stromausfall eines der wahrscheinlichsten und größten Krisenszenarien unserer Zeit. Er drängt daher in seiner Gemeinde auf die Erstellung eines Blackout-Konzepts. Für die nächste Gemeinderatssitzung hat er daher bereits einen Dringlichkeitsantrag formuliert.

Feuerwehren sind gerüstet

Auch Bezirksfeuerwehrkommandant Christian Edlinger hält die Gefahr eines Blackouts für durchaus realistisch. Die Feuerwehren sind daher vorbereitet. „Im Fall eines Blackouts werden die Feuerwehrhäuser zu Einsatzzentren, rund 80 Prozent im Bezirk verfügen über ein Notstromaggregat“, erklärt Edlinger. Auch die Gemeindeführungen könnten dann von den Feuerwehrhäusern aus weiter ihren Aufgaben nachgehen. Sollte das Handynetz ausfallen, würden die Bürger mit Flugzetteln über die Lage informiert.

Der Zivilschutzbeauftragte der Gemeinde Hof, Franz Heinzl, hat ein Notfallpaket abseits von Konservendosen zusammengestellt, bestehend aus einem Notfallradio mit Handkurbel und Solarpanel, batteriebetriebener Stirnlampe und LED-Wandlicht sowie einem Campingkocher inklusive zwei Gaskartuschen.  Mittlerweile trudeln bei ihm auch Bestellungen aus Wien ein.

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