Blasmusik: „Corona hat sicher Spuren hinterlassen“

Erstellt am 16. Februar 2022 | 05:14
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8284008_dsc_6436.jpg
Die Marschmusikwertung soll heuer am 11. Juni stattfinden, darauf hofft man jedenfalls. Am Foto der Musikverein Margarethen bei der Marschmusikwertung im Jahr 2019, als von der Pandemie noch keine Rede war.
Foto: Susanne Müller
Johann Lippitsch, Obmann der Arbeitsgemeinschaft für den Bezirk Bruck, ist dennoch voller Vorfreude auf die Rückkehr zur Normalität.
Werbung

28 Blasmusik-Kapellen umfasst die Bezirksarbeitsgemeinschaft. Für sie alle waren die letzten beiden Jahre schwierig. Die Pandemie sorgte dafür, dass kaum geprobt oder gespielt werden konnte. Nach wie vor ist das musikalische Leben in den meisten Kapellen ruhend gestellt.

440_0008_8285354_gre13rm_traut_lippitsch_t25362018_13.jpg
Johann Lippitsch sieht den Lockerungen freudig entgegen.
Foto: NÖN

„Wir sind noch immer im Stand By. Nur sehr wenige Vereine proben. Und die, die proben, tun dies mit der 2G plus-Regel, also testen sich auch zusätzlich vor jeder Probe“, erzählt Johann Lippitsch, Obmann der Blasmusik-Arbeitsgemeinschaft im Bezirk Bruck. Und auch in die Zukunft sehe man mit einiger Vorsicht. „Wir in Trautmannsdorf haben bereits unser Frühlingskonzert in den Herbst verschoben“, so Lippitsch.

Sein Heimatverein wolle damit auf Nummer sicher gehen. „Aber vor allem auch, weil wir jetzt nicht genug üben können“, so Lippitsch, der in Trautmannsdorf Obmann-Stellvertreter ist. Im Bezirk würden dies wahrscheinlich auch mehrere andere Kapellen ähnlich handhaben. „Hut ab vor unseren Kapellen. Es haben sich wirklich alle Gedanken gemacht, wie man die Veranstaltungen sicher abhalten kann“, so Lippitsch.

Hoffen auf Events im Sommer

Ein Hoffnungsschimmer für die Musiker seien die angekündigten Lockerungen. Ihnen zufolge dürfen die Kapellen ab 19. Februar wieder mit 3G-Kontrolle proben. „Dies kommt uns natürlich sehr entgegen und ich gehe davon aus, dass wir dadurch wieder ,starten‘ können.“ Auch hoffe man, dass nun bald wieder mehr Events durchgeführt werden können und dass zumindest die Sommer-Veranstaltungen möglich sein werden. „Wir hoffen auch, dass am 11. Juni unsere Marschwertung stattfinden kann“, so Lippitsch.

Davor ist Anfang März die Bezirksversammlung geplant, doch auch hier versucht man, noch das Risiko zu minimieren – es wird also eine Bezirksversammlung in abgespeckter Form. Statt vier wird wohl nur eine Person pro Verein daran teilnehmen. Das sonst immer für August geplante Jugendseminar in Kooperation mit der Anton Stadler Musikschule in Bruck habe man heuer auf die erste Ferienwoche im Juli vorverlegt.

Insgesamt sei aber offensichtlich, dass Corona Spuren bei der Blasmusik hinterlassen hat. „Es wird dauern, bis alles wieder wie gewohnt läuft“, denkt Lippitsch. Konkrete Nachwuchs-Probleme hätten sich dadurch zwar nicht unbedingt ergeben, das sei von Verein zu Verein unterschiedlich. Gibt es im Verein jemanden, der sich mit viel Einsatz um die Jugendarbeit kümmert, dann funktioniere sie in der Regel.

Das Problem sei weitreichender. Schon im Vorjahr nach dem ersten Lockdown hätten sich die Vereine daher Gedanken gemacht, wie sie ihre Mitglieder nach der langen Pause wieder motivieren können, zu den Proben zu kommen. Beim Gedanken an eine Rückkehr zur „Normalität“ hört man jedenfalls bei Johann Lippitsch die Vorfreude: „Das Gesellschaftliche fehlt schon sehr. Nur online ist kein Ersatz, das ist einfach öd. Wir freuen uns schon auf den persönlichen Kontakt und darauf, wieder für unsere Fans spielen zu können. Dafür brennen wir.“

Weiterlesen nach der Werbung

Umfrage beendet

  • Ist Blasmusik aus eurer Sicht heute noch „angesagt“?