Boom bei E-Autos bleibt noch aus

In Niederösterreich wurden erstmals mehr Elektroautos neu zugelassen als Dieselautos. Zugleich sind neue und gebrauchte Pkw derzeit Mangelware. Autohändler im Bezirk Bruck sehen in Elektroautos eine gute Ergänzung als Zweitauto.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:19
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Foto: Sopotnicki/Shutterstock.com

Die Nummer 1 ist außer Reichweite, doch dahinter bahnt sich ein Generationswechsel an. Das Match heißt Diesel gegen Elektroantrieb, der Benziner dreht an der Spitze hingegen einsame Runden. Das Verhältnis bei Neuzulassungen im September niederösterreichweit: 1.492 Benziner, 544 Diesel und 631 E-Autos.

Im Brucker Bezirk ist das Rennen knapper. War im August der Elektroantrieb bei Neuzulassungen noch mit 22:21 knapp voran, so hat im September der Diesel mit 42:20 die Oberhand. Uneinholbar an der Spitze aber auch hier der Benziner mit 84 beziehungsweise 91 Anmeldungen – bei insgesamt 164 und 204 Neuzulassungen.

Verkaufszahlen halten sich in Grenzen

Dieses Kräfteverhältnis zwischen Benzin, Diesel und Elektro kann auch Johannes Hausenberger vom gleichnamigen Opel-Händler in Kledering bestätigen. „Ich habe heuer 62 Autos verkauft, normalerweise sind es doppelt so viele. Darunter waren jedoch nur drei Diesel- und zwei Elektro-Autos“, erzählt der Unternehmer.

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Den großen Boom am E-Antrieb sieht Hausenberger jedenfalls nicht – die Verkaufszahlen der Opel-Elektroautos wie Corsa E, Vivaro E oder Zafira E würden sich in Grenzen halten. „Die heuer verkauften E-Autos waren zwei Nutzfahrzeuge“, erinnert er sich. Große Nachfrage vernimmt Hausenberger jedoch bei Gebrauchtwagen. Das hänge nicht zuletzt an den enorm langen Lieferzeiten bei Neuwagen.

„Ich habe nicht einmal mehr Neuwagen in der Auslage stehen“, sagt der Firmenchef. Brauche jemand schnell ein Auto, dann komme man derzeit an einem Gebrauchten nicht vorbei. „Ich habe aktuell sogar nur noch drei Stück“, hält Hausenberger fest. Vor allem Autos zwischen drei und sechs Jahren sind besonders gefragt.

Sehr lange Wartezeiten bei Neuwagen

Wer einen Neuwagen kaufen will, muss sich auf „Wartezeiten bis zu einem Dreivierteljahr“ einstellen, bestätigt auch der Geschäftsführer des Himberger Autohauses Baumgartner, Michael Weiss. Bei aktuellen Bestellungen rechnet er mit Lieferterminen im März oder April nächsten Jahres. „Aber auch das können wir nicht garantieren“, so Weiss.

Viele Elektroautos werden jedenfalls nicht darunter sein. Die Nachfrage nach diesen ist laut Weiss rückläufig. Der vermeintliche Boom von E-Autos sei dadurch begründet, dass jetzt jene Fahrzeuge ausgeliefert werden, die aufgrund der Investitionsprämie während der Corona-Pandemie angeschafft wurden. Und das sind fast ausschließlich Firmenfahrzeuge. „Elektroautos werden Verbrennungsmotoren nie ersetzen“, ist Weiss überzeugt. Sie seien aber eine gute Ergänzung als Zweitautos.

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