Coronakrise: Zu wenig Platz für die Kultur. Die Kulturveranstalter müssen zur Zeit auf Besucher ohne Masken verzichten.

Von Otto Havelka. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:50)
NOEN

Mit Spannung erwarteten Kulturschaffende und -veranstalter am vergangenen Montag die Bekanntgabe neuer Richtlinien durch Grünen-Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. Die Reaktionen schwanken zwischen Zuversicht und Enttäuschung.

Unter der Voraussetzung, dass es sich um fix zugeteilte Plätze handelt, sind ab 29. Mai Kulturveranstaltungen mit 100 Zuschauern erlaubt, ab 1. Juli mit 250 Zuschauern, ab 1. August mit bis zu 500 oder 1.000 Zuschauern (wenn von der Bezirksverwaltungsbehörde genehmigt). Open-Air-Veranstaltungen können ab Juli bereits für 500 Zuschauer angesetzt werden, ab 1. August für 750, mit Sondergenehmigung für 1.250. „Entweder ein Meter Abstand oder ein Sitzplatz frei“ lautet die Regel sowohl draußen als auch drinnen. Daraus sei etwa eine Freigabe der Bestuhlung im Schachbrettmuster möglich. Dann sei im Gegenzug aber unbedingt ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „Ich denke mir, halbwegs gute und gut besuchte Veranstaltungen mit Maske sind besser als fast leere Säle mit weit auseinandersitzenden Gästen ohne Maske“, sagte Mayer.

Ob das Publikum das auch so sieht, wird sich zeigen und auch die Veranstalter sind skeptisch. „Organisatorisch ist das alles schwierig“, sagt Martin Fialka, der seit rund einem Jahr als Veranstalter für ein reges Kulturleben im „Neuen Volkshaus“ in Himberg sorgt. Er hat mit seinem Partner und „Volkshaus“-Wirt Horst Cerwenka jedenfalls schon ausgemessen: 125 statt 350 Besucher bei den Kabarett-Veranstaltungen würden sich ausgehen und auch rechnen.

30 Besucher (ohne Maske) im Clarissasaal des Schlosses Rohrau rechnen sich nicht. Christoph Angerer, Organisator der „Haydn-Tage“ in Rohrau sagte daher vorab die traditionellen „Haydn-Tage“ für heuer ab.

Beate Linke-Fischer, Vorsitzende der Haydngesellschaft Hainburg, hofft, am 26. September mit dem „Vienna Tango Quintet“ wieder durchstarten zu können. Mit welcher Bestuhlung ist offen. Beim obligaten Mindestanstand hätten nicht einmal alle Abonnenten Platz in der Kulturfabrik. „Wir arbeiten an einer kundenfreundlichen Lösung“, versichert Linke-Fischer.

Noch im August will auch der künstlerische Leiter der Haydn-region, Michael Linsbauer, wieder durchstarten. Am 15. August sollte das „Australian Haydn Enseble“ im Haydnhaus Rohrau gastieren. Fraglich ist, ob die dortigen Ausreise- und hiesigen Einreisebestimmungen das zulassen.

Am 30. August ist im Weingut Raser-Bayer in Höflein das Crossover-Konzert „Haydn meets Piazolla“ angesagt. Der Termin ist laut Linsbauer fix. Wie sich Tango mit Heurigem und Maske vertragen, ist offen.

Umfrage beendet

  • Kulturgenuss mit Abstand und Maske: Für euch vorstellbar?