Den Pflanzen droht dauerhafter Schaden durch Trockenheit

Erstellt am 30. März 2022 | 05:19
Lesezeit: 3 Min
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Der Gramatneusiedler Landwirt Josef Schorn spürt die Trockenheit auf seinen Feldern. Die Wintergerste (am Foto) beginnt bereits gelb zu werden.
Foto: privat
Die Landwirtschaft im Bezirk Bruck sieht die Ernte bedroht, wenn nicht bald ausgiebiger Regen kommt.
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Bereits vor zwei Jahren beklagte der Gramatneusiedler Landwirt Josef Schorn im NÖN-Gespräch die Trockenheit im Winter 2019/2020, damals waren Dürreschäden die Folge und daraus resultierend auch weniger Ertrag.

Heuer sieht die Situation ähnlich aus, der fehlende Niederschlag wirkt sich enorm auf die Felder von Schorn aus: „Die ersten Triebe am Feld sterben bereits ab. Wir rechnen damit, dass der erste Schnitt zu einer Missernte führen könnte. Viele Bauern wollen sich deshalb bereits im Rahmen einer Dürreversicherung absichern, um die drohenden Schäden abzufedern.“

Beinahe alle Getreidesorten sind von der Trockenheit betroffen, egal ob es sich nun um Sorten handelt, die im vergangenen Herbst angebaut wurden oder jene Kulturen, die erst im Sommer geerntet werden.

Künstliche Bewässerung ist keine Lösung

„Auf meinen Feldern lässt sich bereits beobachten, dass beispielsweise die Wintergerste anfängt, gelb zu werden. Wir warten deshalb sehnlichst auf einen Wetterumschwung“, betont Schorn. Die Äcker werden in der jetzigen Trockenperiode nur sehr seicht behandelt, um dem Boden nicht unnötig Nässe zu entziehen.  Eine künstliche Bewässerung der Felder ist jedenfalls für Schorn derzeit keine Lösung, da dies meist mit höheren Kosten verbunden ist. „Selbst bewässern kann zudem nur bedingt einen natürlichen Niederschlag ersetzen“, fügt Schorn hinzu.

„In einem durchschnittlichen Jahr fallen pro Monat 40 bis 50 Millimeter Niederschlag, heuer haben wir seit Jänner nur knapp 40 Millimeter bekommen, das entspricht rund 30 Prozent des durchschnittlichen Niederschlages in dieser Jahreszeit“, beschreibt Gerhard Mörk, Obmann der Landwirtschaftskammer Bruck-Schwechat, die Lage. Wegen der niedrigen Temperaturen hätten die Kulturen bis jetzt kaum Schaden genommen.

Im Frühjahr werde aber das Wachstum angeregt, sollte dann kein Regen kommen, erlitten die Kulturen Schäden, von denen sie sich nicht mehr erholen könnten. Der Wassermangel betreffe alle Arten von Ackerkulturen.

Saatkorn brauch nach Keimung Wasser

„Allerdings ist es besonders für die Frühjahrskulturen wie Sommergetreide, Zuckerrübe, Sonnenblume, Mais, Kürbis und Soja bei der Keimung schädlich“, sagt Mörk. Wenn das Saatkorn nach der Keimung kein Wasser finde, habe es keine Möglichkeit, Wurzeln auszubilden und verdorre.

Eine Besserung der Lage sei nicht in Sicht. „Es werden keine nennenswerten Niederschläge in den nächsten Wochen vorhergesagt, sollte es dann endlich regnen, ist es mit einem kurzen Schauer nicht getan. Um die fehlende Bodenfeuchte wieder aufzubauen, sind ausgiebige, mehrtägige Niederschläge notwendig“, so Mörk.

Zumindest teilweise Abhilfe könnte künstliche Bewässerung bringen. „Die Landwirte investieren bereits seit längerer Zeit in wassersparende Bewässerung“, so Mörk. Allerdings stehe nicht in allen Gemeinden ein Grundwasserbrunnen zur Verfügung. Ein langfristiges Projekt könnte die gemeindeübergreifende Entnahme von Fließwasser sein, so wie es im Marchfeld mit dem Marchfeldkanal passiere.

„Gespräche dazu gibt es bereits seit ein paar Jahren. Allerdings reden wir hier neben der kostspieligen Finanzierung auch von einem Umsetzungszeitraum über viele Jahre hinweg“, so Mörk. Ein anderer Weg sei die Anpflanzung dürreresistenter Sorten, doch auch die hätten einen Minimalbedarf an Wasser, der immer öfter nicht gedeckt werde.

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