E-Autos sind die Zukunft. Diejenigen, die bereits E-Autos fahren, sind damit zufrieden. Für Experten sind Alternativen kaum vorhanden.

Von Stefanie Cajka, Gerald Burggraf und Susanne Müller. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:00)
Cajka
Römerland Carnuntum-Obmann Hans Rupp fährt einen Tesla. Auch in Zukunft würde er wieder zu einem Elektroauto greifen.

Mit 34 neuzugelassenen Fahrzeugen im Bezirk Bruck machten E-Autos 2,4 Prozent der Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2019 aus. Die Zahlen des VCÖ zeigen, dass die E-Mobilität noch eine Weile brauchen wird, bis sie den Verbrennungsmotoren das Wasser abgraben kann.

Dennoch, diejenigen, die bereits mit E-Autos unterwegs sind, sind begeistert. Hans Rupp, Obmann des Regionalentwicklungsvereins Römerland Carnuntum, fährt seit circa zwei Jahren einen Tesla und würde auf jeden Fall wieder ein Elektroauto kaufen. „Ich bin überzeugt davon, dass man wegkommen muss vom Verbrennungsmotor“, so Rupp. Als Vorteil eines solchen Autos nennt er beispielsweise den hohen Wiederverkaufswert und die wesentlich geringeren Betriebskosten.

"Fahre ich elektrisch, dann muss ich Grünstrom tanken.“ Norbert Koller Energiepark Bruck

Auch die jeweilige Reichweite sieht Rupp nicht als Nachteil. Diese beträgt ihm zufolge bei seinem Auto durchschnittlich 300 Kilometer. „An 98 von 100 Tagen fahre ich aber sowieso keine 300 Kilometer“, so Rupp. Falls es bei einer längeren Fahrt aber doch notwendig sein sollte, das Auto zwischendurch zu laden, sei das in einer halben Stunde erledigt. „Das lässt sich dann gut mit den Pausen kombinieren, die man während längeren Fahrten ohnehin macht“, so Rupp. Der einzige Nachteil bestehe ihm zufolge im hohen Anschaffungspreis. Der, so Norbert Koller vom Energiepark Bruck, sei letztendlich eine Frage der Stückzahlen. Der Energiepark hat selbst zwei E-Autos im Gebrauch. „Wir stehen d’rauf“, erzählt Koller, dass alle Mitarbeiter beim Energiepark gerne mit den E-Autos unterwegs seien. Eines davon ist ein BMW i3, der im Vorjahr angekauft wurde. Die Reichweite liege im Sommer bei rund 200 Kilometern, im Winter bei 150.

Schon deutlich weiter komme man mit dem neuen E-Fahrzeug, das erst seit zwei Wochen den Fuhrpark des Energieparks verstärkt: Der neue Kia e-Niro bringe einen ohne Probleme 400 Kilometer weit. Für Koller als Experten im Energie-Bereich ist klar: „E-Mobiliät ist im privaten Bereich das, wo es hingehen sollte und wird.“ Freilich sei damit gemeint, dass dafür der Strom aus erneuerbaren Quellen kommen müsse. „Fahre ich elektrisch, dann muss ich Grünstrom tanken“, so Koller. Andere alternative Antriebsarten hätten alle einen Haken. „Wasserstoff wird industriell aus Erdgas produziert. Da haben wir genau nichts gewonnen“, so Koller. Die umweltfreundliche Alternative wäre über die Elektrolyse, aber „das wird nicht gemacht.“ Angesichts des Reichweiten-Vorteils könne er sich Wasserstoff als sinnvoll für Lkw vorstellen. Und Hybrid-Modelle seien eben nur eine halbe Lösung. „A la long müssen wir den fossilen Teil eliminieren“, so Koller. Klar sei für Koller aber auch, dass es nicht das Ziel sein könne, die rund fünf Millionen Pkw, die derzeit in Österreich unterwegs seien, durch E-Autos zu ersetzen. „In Großstädten muss der öffentliche Verkehr die Zukunft sein“, betont Koller.

"Ich wollte kein anderes Auto mehr"

Laut VCÖ eigne sich das Elektro-Auto besonders gut für den ländlichen Raum. Auch weil es in den Regionen viele Einfamilienhäuser gibt. "Man kann mit einer Photovoltaik-Anlage den Strom fürs Fahren selber erzeugen“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Da E-Autos in der Anschaffung teurer, aber im Betrieb billiger sind, sind sie für Carsharing ideal, wie landesweit bereits zahlreiche Initiativen zeigen. In Niederösterreich gibt es bereits in über 80 Gemeinden E-Carsharing. Eine davon findet man in Bruck, wo seit einem halben Jahr „Unser Brucker E-Auto“, ein Renault Zoe erfolgreich im Einsatz ist.

Privat auf eine E-Auto setzt der Schwadorfer Autohändler Hermann Hafner. Er ist im familieneigenen Betrieb für die Marke Nissan zuständig und liebt seinen Nissan Leaf. „Ich wollte kein anders Auto mehr“, betont er. Die Verlässlichkeit der E-Autos sei hoch, „ich bin noch nie damit liegen geblieben“, betont er. Der Leaf ist seit 2013 im Sortiment und er haben auch noch von keinem Kunden irgendwelche Probleme gehört. Mit November oder Dezember liefert Nissan den ersten Leaf mit einer 60-Kilowatt-Batterie (bisher gab es nur 40 KW) aus, mit dem kommt man dann locker „400 bis 450 Kilometer weit“.

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