E-Mobilität: Weiter Weg zu echter Alternative. Diesel und Benziner sind nach wie vor die gefragtesten Fahrzeuge.

Von Adalbert Mraz, Nicole Frisch, Sophie Müller und Otto Havelka. Erstellt am 22. Januar 2020 (04:34)
Statistik Austria; Foto: ParabolStudio/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

3.470 Fahrzeuge wurden im Vorjahr im Brucker Bezirk zugelassen. Mit 47, 9 Prozent sind nach wie vor fast die Hälfte davon Diesel-Fahrzeuge. Die Zahl der E-Autos steigt zwar, macht aber mit 2,3 Prozent noch immer ein sehr kleines Stück des Kuchens aus.

Lukas Rehberger, Inhaber und Geschäftsführer des Hainburger Autohauses Wenighofer, stellt zwar fest, dass immer öfter nach E-Autos gefragt wird. Allerdings: „Die Entwicklung dürfte für die Kunden zu schnell gehen, sie sind unsicher, denn entscheidende Antworten der Industrie bleiben aus.“ Von der Diesel-Krise ist seiner Erfahrung nach jedenfalls nicht mehr viel übriggeblieben.

„Ich denke, der Trend, mehr Autos mit Benzinantrieb zu kaufen, ist vorbei, Dieselautos sind wieder mehr gefragt.“ Das Interesse an Neuwagen sei jedenfalls ungefähr gleich groß wie jenes nach gebrauchten Autos. Insgesamt sieht Rehberger die Entwicklung am Automarkt derzeit durchaus positiv: „Der Jänner hat sich gut angelassen. Wenn die Entwicklung so weiter geht, kann ich heuer mit sehr guten Zahlen rechnen.“ Dass die Zukunft der Auto-Industrie im Allgemeinen aber eher nicht bei den herkömmlichen Diesel- oder Benzin-Motoren liegt, davon ist Rehberger überzeugt: „Die Zukunft wird sicher bei alternativen Antriebssystemen wie Plug-In-Hybrid zu finden sein.

“Dieselautos sind wieder mehr gefragt.“Lukas Rehberger vom Autohaus Wenighofer in Hainburg

Laut Harald Müller, Geschäftsführer von Toyota Müller in Sarasdorf, sind sich die Kunden zunehmend bewusst, dass Dieselautos nicht die Zukunft sind. 70 Prozent der Fahrzeuge, die er verkauft, sind Hybridautos. Als Aufgabe der Autohändler sieht er hier die Aufklärung der Kunden. „Es gibt viele Leute, die nicht wissen, wie ein Hybrid funktioniert“, hält er fest.

In den Hybrid-Autos sieht Müller allerdings nur einen Übergang. Die Zukunft sieht er in einem Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeug wie dem Toyota Mirai, der in Japan bereits unterwegs ist. Die Patente dafür wurden bereits für die anderen Autohersteller freigegeben. „Alle sollen auf denselben Stand kommen“, so Müller.

Weniger utopisch gibt sich der Geschäftsführer des Autohauses Baumgartner in Himberg, Michael Weiss. E-Mobilität sei zwar von den Kunden zunehmend gefragt, käme aber „vor allem im urbanen Bereich in Frage“. Und er sieht auch noch ein anderes Problem für E-Auto-Käufer: Die Käufer von E-Autos zahlen im Vergleich deutlich mehr für einen Neuwagen. „Wir können den Kunden aber nicht sagen, zu welchem Preis sie ihr gebrauchtes Auto weiter verkaufen können.“ Denn in fünf Jahren könne die Technologie so weit fortgeschritten sein, dass ein E-Auto mit 200 Kilometern Reichweite fast schon Nostalgiewert habe.

Umfrage beendet

  • Wird dein nächstes Auto ein Elektroauto sein?