Energieversorgung: Region ist beim Umstieg schon weit

Erstellt am 06. April 2022 | 04:31
Lesezeit: 3 Min
Beim Strom ist die Region Bruck bereits Selbstversorger. Bei Wärme liegt der Anteil der erneuerbaren bei 35 Prozent.
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Die Debatte über den Umstieg auf erneuerbare Energie wurde noch selten durch etwas so angeheizt, wie nun durch den Krieg in der Ukraine. Das erklärte Ziel ist eine möglichst rasche Unabhängigkeit von Großanbietern von Öl und Gas wie Russland.

Dass der Weg dort hin – wie auch zum Klimaschutz – über erneuerbare Energie führt, das wissen Vorreiter wie der Energiepark in Bruck schon lange. Hier wird seit 25 Jahren auf alle Formen der erneuerbaren Energie gesetzt. Den Anfang machten die Windkraftanlagen und die Fernwärme, mittlerweile sind auch Biogas und Photovoltaik stark vertreten. Am besten sieht die Bilanz derzeit beim Strom aus. Hier werden rund 180 Prozent des Verbrauchs, der im Bezirk bei etwa 1.600 GWh liegt, bereits erneuerbar produziert.

„Im Grunde versorgen wir (Anm: alle erneuerbaren Energiequellen) die Region mit Strom und im Bereich der Wärme sind die ersten Schritte getan“, sagt Michael Hannesschläger, Geschäftsführer der Energiepark GmbH. Allein die Anlagen des Energieparks erzeugen rund 330 GWh Strom. Bei der Wärme können rund 35 Prozent des Verbrauchs von 1.600 GWh im Bezirk gedeckt werden. Noch großen Aufholbedarf gibt es bei der Mobilität. Da liegt der Verbrauch bei rund 1.000 GWh, mit erneuerbarer Energie kann davon aber nur ein Prozent gedeckt werden. „Ziel muss sein, in zehn Jahren die Region bilanziell in allen drei Sektoren auf erneuerbare Energie umzustellen“, so Hannesschläger.

Unter beschleunigten Vorgaben könne dies auch österreichweit gelingen. Strom werde noch deutlich an Bedeutung gewinnen. Hier müsse die Produktion noch um etwa 50 Prozent gesteigert werden, weil Wärmepumpen und die E-Mobilität noch zunehmen werden. Aber auch das sei zu machen. „Wenn alle privaten Pkw auf Strom umstellen, erhöht sich der aktuelle Strombedarf um 15,7 Prozent und das wäre somit machbar“, entkräftet Hannesschläger ein häufig strapaziertes „Gegenargument“.

Flughafen setzt auf Sonnenstrom

Eine stetig wachsende Bedeutung nimmt bei Privaten wie Firmen die Stromproduktion per Photovoltaikanlage (PV) an. Am Flughafen etwa setzt das Vorstandsduo Günther Ofner und Julian Jäger seit Jahren Schritte, um zumindest einen Teil des Stroms selbst zu produzieren. Öffentlichkeitswirksam betont etwa Ofner bei jeder Gelegenheit, dass man am Weg zum CO₂-neutralen Airport sei. Dieses Ziel soll 2023 erreicht worden sein. Eine zentrale Rolle spielt die derzeit in Bau befindliche PV-Anlage direkt neben der Piste 11/29.

Anvisierte Inbetriebnahme ist dieses Frühjahr, die 55.000 Module mit einer Gesamtleistung von circa 24 Megawatt Peak werden somit demnächst ans Netz gehen. Errichtet wird der Solarpark auf einer Fläche von etwa 24 Hektar – oder rund 48 Fußballfeldern – auf einer bisher ungenutzten Rasenfläche im Sicherheitsbereich. Nach der Fertigstellung wird der Flughafen über acht Photovoltaikanlagen verfügen, die rund 30 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und somit etwa ein Drittel des jährlichen Bedarfs abdecken. Zum Vergleich: Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund 7.000 Haushalten.

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