Fasten wird immer beliebter. Immer mehr Menschen nutzen die Fastenzeit, um abzunehmen. Das Motiv dahinter ist nicht immer ein religiöses.

Von Nicole Frisch, Gerald Burggraf, Josef Rittler und Susanne Müller. Erstellt am 17. April 2019 (04:20)
Christian Vymetal, Obmann der Brucker Bühne, Vizepräsident der Faschingsgilde und früherer Stadtrat in Bruck, verordnet sich seit Jahrzehnten jedes Jahr zur Fastenzeit eine strikte Diät. Im Bild mit einem Gemüseteller mit einem Ei und etwas Käse, wie er in der Fastenzeit sein Abendessen darstellt.
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Das Ende der Fastenzeit naht. Viele nutzen diese 40 Tage, um etwas bewusster zu leben und dabei auch ein paar Kilos zu verlieren.

Christian Vymetal, Obmann der Brucker Bühne und Vizepräsident der Brucker Faschingsgilde, etwa verordnet sich seit Jahrzehnten zur Fastenzeit eine strenge Diät. „Ich mach das schon ewig. In meiner Jugend hab ich doch das eine oder andere Mal, besonders im Fasching, einen über den Durst getrunken. Die Fastenzeit habe ich dann dazu genutzt, meiner Leber eine wohlverdiente Pause zu geben. Später kam das Gewichtsproblem dazu. Die Fastenzeit ist mittlerweile ein für meine Gesundheit notwendiger Fixpunkt für mich im Jahr geworden. Dieses Ritual bewährt sich für mich zu 100 Prozent“, so Vymetal.

Wenngleich der Termin für die Diät nicht notwendigerweise aus religiösen Gründen gewählt sei, so seien doch Aschermittwoch und Karfreitag markante Tage. „Vermutlich hilft der religiöse Hintergrund ein wenig, derselbe Versuch im Herbst, nach dem Urlaub, gelingt nicht so hundertprozentig“, erzählt Vymetal. Denn in der Fastenzeit gibt es bei ihm keine Gnade. Da verzichte er gänzlich auf Alkohol. Kohlehydrate werden drastisch, das Nachtmahl auf einen Minimum reduziert.

Wenn ich sage ‚Danke, aber ich trinke nicht‘, dann schauen sie dich immer mit großen Augen an“, will Rudolf Donninger beim Fasten auch ein Zeichen setzen.

Brucks SP-Bürgermeister Gerhard Weil, seines Zeichens auch Vymetals Gegenpart als Vizepräsident der Faschingsgilde, fastet hingegen nicht. „Ich versuche, mich halbwegs gesund zu ernähren und in meiner Freizeit Bewegung zu machen. Das mache ich aber, soweit es geht, das ganze Jahr.“

Begeisterter Anhänger des Fastens ist dagegen der Brucker Wolfgang Merkatz, Bezirkshauptmann-Stellvertreter in Gänserndorf. Er hat seit Aschermittwoch neun Kilo abgenommen, ohne Anstrengung, wie er selbst sagt. Er verzichtet auf Alkohol, isst nichts Süßes und lässt das Abendessen weg. „Die ersten fünf bis sieben Tage sind schwierig“, sagt Merkatz. Doch dann habe sich der Körper daran gewöhnt. Dieses Intervallfasten – auf 16 Stunden fasten folgt ein achtstündiges Zeitfenster, in dem gegessen wird – will Merkatz auch nach der Fastenzeit weiter betreiben. „Ich kann es nur jedem empfehlen.“ Was er gegen den Hunger tut? „Körperliche Anstrengung und Wasser trinken.“ Ersteres fällt Merkatz nicht schwer, jeden Tag ist er mit seinem Fahrrad 20 Kilometer unterwegs. „Mit einer gewissen Geschwindigkeit, sonst ist mir ja kalt.“

Zwölfaxings SP-Bürgermeisterin Astrid Reiser fastet nicht während der katholischen Fastenzeit. Allerdings versucht sie, sich einmal im Jahr Zeit zum Heilfasten zu nehmen. Beim Heilfasten trinkt man vor allem Wasser und Tee, was vor allem dem Körper guttue. „Es ist aber auch eine mentale Auszeit. In einer stressigen Zeit ist Heilfasten super“, lässt Reiser wissen.

Rudolf Donninger, Obmann des Hilfswerks im Teilbezirk Schwechat und des Schwechater Seniorenbundes: „Ich faste bereits seit 30 oder 40 Jahren. Ich lasse den Alkohol komplett weg. Ich mache das auch, um ein Zeichen zusetzen. Wenn ich sage ‚Danke, aber ich trinke nicht‘, dann schauen sie dich immer mit großen Augen an. Man möchte gar nicht glauben, wie oft einem Alkohol angeboten wird.“ Anfänglich habe das Fasten auch einen religiösen Hintergrund gehabt, so der gläubige Schwechater. Donninger hält aber fest, dass er mit dem „Ersparten“, das er durch den Verzicht auf Alkohol nicht ausgibt, einem guten Zweck zukomme.

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