FPÖ-Bezirkschef haut den Hut drauf.  „Fehlende Wertschätzung“ seitens der Landespartei sei ausschlaggebend gewesen, hält Wolfgang Zistler fest.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 03. Februar 2018 (10:57)
Gerald Burggraf
Wolfgang Zistler

Der Schwechater gab noch am Freitagabend bekannt, dass er sich als Bezirksparteiobmann mit sofortiger Wirkung zurückziehen wird.

Zistler begründet seinen Schritt mit der Listenreihung für die in der Vorwoche geschlagenen Landtagswahl. „Mein Entschluss reifte bereits im Dezember 2017 als ich von der FPÖ-Landesspitze erfuhr dass unser Bezirk bei der Landtagswahl 2018 nicht an wählbarer Stelle gereiht wird“, erklärt er. Zistler fand sich nur auf Platz 20 wieder, ein Direktmandat im Bezirk war eher unrealistisch und wurde letztendlich auch nicht erreicht.

Unverständlich für den verärgerten Ex-Parteichef, da er und seine Parteikollegen des Brucker Bezirks bei den vorangegangenen Wahlen nur Erfolge einfahren konnten. „Bei der Nationalratswahl waren wir der einzige Bezirk, bei dem die FPÖ als Sieger hervorgegangen ist“, unterstreicht der Schwechater. Doch all das habe nicht für eine Nominierung im Landtag gereicht. Warum er den Schritt nicht früher gesetzt hat? „Ich wollte den Wahlkampf nicht behindern“, so Zistler.

Konzentration auf Heimatstadt

Er und seine Parteikollegen des Bezirks halten es auch für einen „schweren Fehler“, einen der besten Wirtschaftsstandorte – dank Flughafen, OMV, Borealis und Co. – nicht im Landtag zu berücksichtigen. „Leider zählen bei der FPÖ-Landesspitze anscheinend andere Dinge mehr als ehrliche harte Arbeit und erfolgreiche Ergebnisse“, kritisiert Zistler. Der Schwechater will sich nun gänzlich auf die Parteiarbeit in seiner Heimatstadt konzentrieren.

Bei der Landespartei nimmt man die Entscheidung Zistlers zur Kenntnis, wie Landesparteiobmann Christian Höbart auf NÖN-Anfrage betont. Aber: „Wir haben versucht flächen- und regionsdeckend die Mandatschancen zu vergeben. Und das ist uns auch fast überall gelungen. In Bruck gibt es ja mit Werner Herbert auch einen Abgeordneten im Nationalrat“, hält er fest. Höbart betont gleichzeitig, dass er die persönliche Enttäuschung Zistlers verstehen kann. Allerdings gehe es nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern die Gesamtpartei. Und in diesem Sinne sei die Entscheidung des nunmehrigen Ex-Bezirksparteichefs „bemerkenswert“.

 


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