Freiwilliges Soziales Jahr: „Hat mir Grenzen gezeigt“

Erstellt am 24. Mai 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8365182_gre21gb_dar_fsj_fiona_heuber_c_rk_schwe.jpg
Fiona Heuber macht der Rettungsdienst beim Roten Kreuz Schwechat „sehr viel Spaß“. Die 19-Jährige will auch nach dem freiwilligen Sozialjahr ehrenamtlich dabei bleiben.
Foto: Rotes Kreuz Schwechat
Fiona Heuber (19) engagiert sich beim Roten Kreuz Schwechat. Mit dem Ziel, die Welt „ ein wenig besser zu machen.“
Werbung
Anzeige

Sich ehrenamtlich zu engagieren, kann ein Hobby sein. Sei es bei einem Verein oder auch bei einer sozialen Organisation wie dem Roten Kreuz. Zumeist läuft dieses freiwillige Engagement neben Arbeit oder Familie mit.

Mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) können sich junge Menschen jedoch für neun bis zwölf Monate der guten Sache im Ausmaß eines Fulltime-Jobs verschreiben. So wie Fiona Heuber. Die 19-Jährige absolviert ihr Sozial-Jahr seit November beim Roten Kreuz in Schwechat. „Ich habe zu Beginn des FSJ eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin absolviert“, erzählt die Enzersdorferin. Nun fährt sie für die Blaulichtorganisation in den Bereichen Krankentransport und Rettungsdienst.

Während sie bei Krankentransporten die Gespräche und Geschichten der meist älteren Patienten faszinieren, erfährt Heuber bei Notfalleinsätzen viel über sich selbst. „Das Freiwillige Soziale Jahr hat mir gezeigt, wo meine Grenzen sind und wo ich im Leben stehe“, erzählt die 19-Jährige.

Medizinstudium im Anschluss geplant

Durch die teils „nervenzehrenden Einsätze“ habe sie sich besser kennengelernt und „gelernt, wie ich mit Extremsituationen umgehe, wodurch ich auch das Leben und die Gesundheit wieder mehr wertgeschätzt habe.“ Ihr FSJ dauert noch bis Ende Juli, danach will sie auf jeden Fall ehrenamtlich beim Roten Kreuz bleiben.

Im Fokus wird dann aber ein Medizinstudium stehen. Ihr aktueller Freiwilligendienst hat sie in diesem Bestreben jedenfalls bestätigt. Und auch, dass „ich mit Stresssituationen und belastenden Einsätzen gut umgehen kann, was für mich eine ausschlaggebende Qualifikation für eine werdende Ärztin ist.“ Zusätzlich zum Roten Kreuz als Nebenbeschäftigung will sich die junge Enzersdorferin auch „in einem Drittland engagieren und zu der Verbesserung der medizinischen Versorgung vor Ort beitragen.“

Die Motivation, sich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres zu engagiere, keimte in Heuber länger. „Ich wollte mich schon immer auf freiwilliger Basis bei einer wohltätigen Organisation engagieren, da ich gerne mit Menschen arbeite und meinen persönlichen Teil zur Hilfeleistung in der Gesellschaft beitragen möchte“, hält sie fest. Mit dem Roten Kreuz hat sich dabei die ideale Plattform gefunden.

Für sie zähle, dass sie „in dem Moment der Problemsituation aktiv und effektiv etwas verändern kann“ und diese eine Wirkung hat. Das biete der Rettungsdienst aus ihrer Sicht definitiv. „Das Leid des Patienten oder der Patientin kann meist kurzfristig gelindert werden, sowohl durch physische Erstversorgungsmaßnahmen als auch durch psychische Betreuung“, erläutert die 19-Jährige.

„Frische Motivation“ für Organisationen

Soziales Engagement hält die Enzersdorferin jedenfalls für immens wichtig. „Sich sozial zu engagieren bedeutet, dass einem das Wohlergehen der Menschen am Herzen liegt und man dazu beitragen möchte, die Welt ein wenig besser zu machen“, untermauert sie. Zudem können junge Menschen „frische Motivation und Energie“ einbringen, die der Effektivität einer Organisation zugute kommen kann.

Weiterlesen nach der Werbung

Umfrage beendet

  • Engagiert ihr euch freiwillig im Sozialbereich?