Helfende Hände gegen das Virus. In mehreren Gemeinden werden für Ältere und jene mit Vorerkrankungen Bersorgungsdienste angeboten.

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Unser Bruck hilft-Obmann Peter Windholz und Maria Lanzendorfs Gemeinderätin Katharina Riha
PGP

Derzeit dürfen die eigenen vier Wände nur aus drei Gründen verlassen werden: Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist, dringend notwendige Besorgungen (Lebensmittel) und wenn man anderen Menschen helfen muss. Für Menschen, die zur Risikogruppe gehören, also Ältere und Personen mit Vorerkrankungen, ist es hingegen auch in diesen Fällen empfehlenswert, zuhause zu bleiben und sich stattdessen von jemand anderem helfen zu lassen.

Für diese Fälle zeigt sich derzeit eine Welle der Hilfsbereitschaft in vielen Gemeinden des Bezirks. In Bruck und Bruckneudorf haben sich die Stadtgemeinde, Bruckneudorfs Grün-Gemeinderat Gerhard Mölk und der Verein „Unser Bruck hilft“ zusammengetan und eine „Nachbarschaftshilfe“ gestartet. Alle, die helfen möchten, können sich auf der Website des Vereins registrieren und können dann auf die eingegangenen Hilferufe zugreifen. Angeboten werden Besorgungen von Lebensmitteln und Medikamenten, Post- und Behördenwege und Gassigehen mit dem Hund.

Kontaktaufnehmen kann man mit den Helfen sowohl über die Hotline der Gemeinde 02162/62354 oder über 0681/10886455 per Mail an hilferuf@unserbruckhilft.at oder direkt über die Website des Vereins. „Wir sind immer wieder begeistert, wie groß die Hilfsbereitschaft sein kann, wenn’s bei uns darum geht, zusammenzustehen“, zeigte sich Obmann Peter Windholz beeindruckt, wie viele Freiwillige sich bereits gemeldet haben.

Auch die Stadtgemeinde Hainburg hat in Zusammenarbeit mit dem Seniorenclub Kreativ für Personen über 60 Jahren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und nicht auf Hilfe von Verwandten oder Nachbarn zurückgreifen können, einen Notfall-Einkaufsservice ins Leben gerufen. Betroffene können sich am Gemeindeamt dafür anmelden. Die Bestellungen werden am nächsten Tag von Gemeindemitarbeitern ausgeliefert. „Es sollten nur einfache Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel und Arzneimittel bestellt werden, Sonderwünsche können nur aus gesundheitlichen Gründen wie Allergien oder Unverträglichkeiten berücksichtigt werden“, heißt es in einer Aussendung der Gemeinde. Die Hotline ist unter 0680/116 54 26 von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar und wird vom Seniorenclub betreut. Die Lieferung ist kostenlos, der Einkauf muss bar bezahlt werden.

„Einer für alle, alle für einen“ – das ist das Motto des Sommereiner Sportvereins. Aus diesem Grund haben sich die Sportler um Obmann Franz Gotschy nun dazu entschlossen, für ältere und kranke Mitbürger einkaufen zu gehen. „Wenn man helfen kann, dann hilft man“, hält Gotschy fest. Der Sportverein möchte hier mit der Gemeinde zusammenarbeiten, die ebenfalls eine Unterstützungsaktion plant. Die Hauszustellungen würden Gemeindearbeiter übernehmen. SP-Bürgermeister Karl Zwierschitz ist auch nicht abgeneigt, dass beispielsweise Vereine bei der Aktion mitmachen. „Wenn andere auch mitmachen, ist das gut. Es soll aber koordiniert ablaufen“, hält er fest.

In Ebergassing hat der Verein „Helfende Hände“ ebenfalls einen Service-Dienst eingerichtet, um Medikamente oder Lebensmittel für Bewohner in Ebergassing, Wienerherberg und Neupischelsdorf zu organisieren. Bestellungen können von 9 bis 11 Uhr unter der Nummer 0676/842964204 abgegeben werden.

Ein Besorgungsservice wurde auch in Fischamend eingerichtet. Dort kann man sich an Eva Weinzierl von der Stadtgemeinde wenden. Auch das Angebot von Essen auf Rädern sowie die Dienste der Gemeindeschwester können laut Stadtchef Thomas Ram (Liste RAM) in Anspruch genommen werden.

Eine der ersten Initiativen in Sachen Nachbarschaftshilfe setzte die Maria Lanzendorfer Neo-Gemeinderätin Katharina Riha (Grüne). „Ich biete den zur Risikogruppe gehörenden Menschen an, dass ich für sie Einkäufe im Supermarkt oder in der Apotheke erledige und diese nach Hause bringe“, erklärt die 19-Jährige. Der von der Studentin am Donnerstag der Vorwoche via Facebook lancierte Aufruf ist nicht ungehört geblieben. Mittlerweile hat sich eine Gruppe von sieben jungen Menschen aus Maria Lanzendorf gefunden, die gemeinsam diesen Service in die Tat umsetzen wollen.

Unterstützung bekommt sie auch vonseiten des Bürgermeisters und der Gemeinde. Unter der Führung von Bürgermeister Peter Wolf (SPÖ) und Amtsleiter-Stellvertreterin Sabine Horwath ist eine Telefonnummer ( 0664/3918042) in Betrieb genommen worden, an welche sich Bürger in dringenden Fällen wenden können. „Durch Zusammenarbeit und Kooperation werden wir diese Zeit gut überstehen“, ist die Jungpolitikerin überzeugt.

Eine ähnliche Aktion gibt es unter dem Titel „ Lanzendorf hilft“ auch im Nachbarort. Hier können unter der Nummer 0660/3244930 freiwillige Helfer angefordert werden, damit Menschen aus Risikogruppen oder Senioren das Haus nicht für Einkäufe etc. verlassen müssen. Diese von privater Seite gestartete Aktion wird von der Gemeinde unterstützt.