Impfungen: Ein Pieks, der Leben retten kann. Land startet Impf-Kampagne. Mediziner empfehlen Immunisierung und Auffrischungen auch für Erwachsene.

Von Christine Haiderer, Adalbert Mraz und Stefanie Cajka. Erstellt am 12. Februar 2020 (02:35)
Impfen ist auch bei Erwachsenen ein Thema. Häufig fehlen Auffrischungsimpfungen.
Shutterstock/Syda Productions

Unter dem Titel „Darum Impfen“ bietet die Impf-Info-Kampagne des Landes NÖ auch heuer wieder Beratungen durch Ärzte zum Thema Impfen bei Gesundheitstagen oder Messen an. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich auf der Seniorenmesse am 13. und 14. Februar im VAZ St. Pölten. Wer das nutzen will: Impfdokumente nicht vergessen!

Darüber hinaus gibt es eine neue Broschüre für Jugendliche und Erwachsene. Weil Schutzimpfungen nicht nur für Kinder, sondern auch für 16- bis 50-Jährige wichtig seien, so Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Zum eigenen Schutz und dem der anderen. Diesen Herdenschutz betont auch Patientenanwalt Gerald Bachinger. Immerhin gebe es viele Menschen, die nicht geimpft werden könnten.

 Impfungen bedeuten, länger und besser zu leben, unter Umständen sogar zu überleben.“ Johannes Krieg, Internist aus Bad Deutsch Altenburg

 Zu den Impfungen, die Erwachsenen empfohlen werden, zählen übrigens neben Masern auch Mumps, Röteln, Influenza und humane Papillomaviren (HPV). Ein Thema bei Erwachsenen sind auch Impflücken. Hier könnte künftig der E-Impfpass helfen. Das Pilotprojekt startet heuer in Niederösterreich, der Steiermark und Wien.

Internist Hannes Krieg aus Bad Deutsch-Altenburg, der auch im Landesklinikum Hainburg für das Thema zuständig ist, ist ein Verfechter von Impfungen: „Damit kann, wie die Statistiken beweisen, die Infektion mit hochansteckenden Krankheiten beispielsweise Masern, Mumps, Röteln, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio weitgehend unterbunden werden.“ Für eine der gefährlichsten ansteckenden Krankheiten hält er die Masern, an der jährlich weltweit zigtausende Menschen sterben.

Viele Impfungen gibt es heute schon im Paket. „Keine Angst, die volle Wirkung ist in dieser Form schon mit einem Stich gegeben“, betont Krieg. Im Allgemeinen verweist Krieg auf den Österreichischen Impfplan, der nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft präzisiert und aktualisiert wird. Als unerlässlich sieht er Impfungen gegen Influenza an, vor allem in Bereichen, die von vielen Personen frequentiert werden. „Weniger als zehn Prozent der Bevölkerung lassen sich gegen Influenza impfen, selbst im medizinischen Bereich liegt die Quote unter 20 Prozent“, findet Krieg die Impfmoral hier bedauerlich.

Und auch insgesamt sieht Krieg das Thema Impfen durchwegs positiv. „Für den Einzelnen und für die eigene Gesundheit bedeuten Impfungen, länger und besser zu leben, unter Umständen sogar zu überleben.“ Sich impfen zu lassen, heiße aber auch Solidarität zu zeigen. Stichwort: Herdenschutz.

Darüber hinaus müsse das Bewusstsein für Hygienemaßnahmen gegen „Tröpfcheninfektionen“ geschärft werden: „Allen voran steht Händewaschen, Händewaschen und nochmals Händewaschen sowie die Pflege einer anderen ‚Hust-, Nies- und Händeschütteletikette‘, nämlich nicht in die Hand zu niesen oder zu husten, sondern in die Armbeuge.“

Als jemand, der tagtäglich am Gemeindeamt mit vielen Personen zu tun hat, achte er schon auf häufiges Händewaschen, erklärt der Höfleiner Amtsleiter Thomas Heben streit. Speziellen Präventionsmaßnahmen würden zwar keine getroffen. „Wir geben die Hände ganz normal. Manche, die krank oder verkühlt sind, vermeiden es von sich aus“, erzählt er. Er würde nur darauf achten, sich bei Bedarf öfter die Hände zu waschen. „Man liest es überall: Wenn man nicht krank werden will, soll man sich öfter die Hände waschen“, so Heben streit.

Mehr Infos zu Impfempfehlungen: www.darum-impfen.at

Umfrage beendet

  • Was haltet ihr von einer Grippe-Impfpflicht?