Jürgen Maschl: „Müssen weg vom Zwei-Lager-Denken“

Erstellt am 02. März 2022 | 04:28
Lesezeit: 3 Min
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Schwadorfs Bürgermeister Jürgen Maschl setzte sich bei der Wahl zum SPÖ-Bezirksvorsitzenden knapp mit 53 Prozent der Stimmen durch.
Foto: RudolfSchmied
Der neue rote Bezirkschef Jürgen Maschl über seine Ziele, die Chancen auf eine geeinte SPÖ im Bezirk Bruck und seine zahlreichen Ämter.
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NÖN: Herr Maschl, bei der Wahl des Bezirksvorsitzenden der SPÖ wurden Sie mit 164 von 311 abgegebenen Stimmen gewählt. Ihre Konkurrenten Rainer Windholz und Karin Baier erhielten 146 Stimmen. Wie fielen die ersten Reaktionen Ihnen gegenüber aus?
Jürgen Maschl: Es gab einige Anrufe, um mir zu gratulieren und mir das volle Vertrauen auszusprechen. Darunter auch Delegierte, die mir gesagt haben, Rainer Windholz und Karin Baier gewählt zu haben.

Das Wahlergebnis spiegelt aber auch eine Bruchlinie in der Bezirkspartei wider.
Es war eine demokratische Wahl und die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden. Es gibt auch keine persönlichen Differenzen zwischen mir und Rainer Windholz oder Karin Baier. Mit ein paar Gruppen wird ein kurzes Gespräch reichen, bei anderen vielleicht mehrere und bei manchen wird es eventuell länger dauern. Aber ich sehe mich als Brückenbauer, wir sollten an einem Strang ziehen.

Es war eine demokratische Wahl und die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden

Auch fünf Jahre nach der Zusammenlegung der Bezirksparteien Bruck und Schwechat dürfte die SPÖ nicht geeint sein. Wieso ist das so?
Ich war die letzten Jahre des Gemeindevertreterverbandes der SPÖ im Bezirk, da hat alles einwandfrei funktioniert. Das war scheinbar in der Partei nicht ganz so. Mir sind laufende Sitzungen wichtig und jeder soll mitbestimmen können. Eine Idee oder Meinung aus einer kleinen Gemeinde ist genau so viel wert wie aus einer großen. Wir müssen weg vom Zwei-Lager-Denken in der SPÖ. Das haben wir im Gemeindevertreterverband geschafft.

Ich war die letzten Jahre des Gemeindevertreterverbandes der SPÖ im Bezirk, da hat alles einwandfrei funktioniert.

Als Vorsitzender führen Sie automatisch die Bezirksliste für die Landtagswahl 2023 an. War der Landtag ein Ziel?
Ja, der Landtag war bei mir immer im Hinterkopf. Ich bin ja schon jetzt beruflich oft in St. Pölten und dann eben aus noch einem Grund (lacht). Den Landtags-Wahlkampf vorzubereiten ist eines der ersten großen Themen.

Sie haben jetzt schon eine Fülle an Funktionen – Sie sind Geschäftsführer des Abfallverbandes Schwechat (AWS), Bürgermeister in Schwadorf, Bezirkschef des roten Gemeindevertreterverbandes und Obmann des Dialogforums Flughafen Wien. Wie soll sich das mit Bezirksvorsitz und Landtags-Mandat alles ausgehen?
Bürgermeister werde ich bleiben, ebenso beim AWS. Das ist ja mein Brotberuf. Ich bin der erste Vorsitzende, der einen Job hat und nicht ausschließlich Politiker ist. Die Übergabe des Vorsitzes im Gemeindevertreterverband bereite ich gerade vor. In Bezug auf das Dialogforum muss ich noch Gespräche führen, meine Tendenz ist aber eher, niederzulegen.

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